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Verfahren gegen Temme eingestellt

Wiesbaden/Berlin. Der hessische Ex-V-Mann-Führer Andreas Temme muss wegen einer mutmaßlichen Falschaussage keine Strafverfolgung fürchten. Die Staatsanwaltschaft Berlin teilte am Donnerstag mit, das Verfahren gegen Temme sei eingestellt, weil ihm eine vorsätzliche Lüge nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden könne. Der frühere Verfassungsschützer hatte sich zum Zeitpunkt des Mordes an Halit Yozgat im Internetcafé des Opfers in Kassel aufgehalten und angeblich nichts bemerkt. 2012 hatte er vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags gesagt, er sei vor seiner vorübergehenden Festnahme am 21. April 2006 dienstlich nie mit der Mord- und Anschlagsserie des »Nationalsozialistischen Untergrunds« befasst gewesen. Ein von Temme abgezeichnetes Dokument, das Vertreter der Fraktion von Die Linke im Hessischen Landtag später während der Arbeit für den dortigen Untersuchungsausschuss fanden, bewies das Gegenteil. Die Staatsanwaltschaft wollte Gedächtnislücken nicht ausschließen. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.05.2018, Seite 4, Inland

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