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Aus: Ausgabe vom 05.04.2017, Seite 11 / Feuilleton
Droste

Wässerfrüh­stücke auf Speisekarten

Von Wiglaf Droste

Nun gibt es also auch noch diesen Plural des Grauens: »Frühstücke«, gesehen in Oldenburg / Oldenburg, einzig unter den Oldenburgen. »Wässer« hatte es ja schon in der Teuer-Teuer-Gastronomie wie aus Eimern geregnet, sogar Sommeliers für »Wässer« wurden installiert; manche Plurale möchte man in der Regentonne ersäufen, von mir aus auch in den Regentonnen.

Wenn aber ein Plural einmal richtig und dabei auch noch nachvollziehbar sinnvoll ist wie bei der »Speisenkarte«, wird er zwangssingularisiert zur »Speisekarte«, die so klingt, als gebe es nur eine einzige Speise im Angebot; manchmal ist es in Wahrheit und de facto ja auch so, dass von Nr. 1 bis Nr. 278 alles gleich schmeckt und dieses eigentlich-nur-eine Gericht dann auch de jure das Jüngste ist.

»Frühstücke« ist ansonsten kein Plural, sondern ein Imperativ wie »Isst isst, Kinder, damit ihr wächst!« – danke an Manfred Wagenbreth dafür –, und das will ich dann auch mit 55 Jahren noch gerne tun und das Heil Fasten! getrost den Wässersüpplern überlassen.

Am Donnerstag liest der ­Kolumnist ab 20 Uhr in der ­Caricatura in Frankfurt am Main u. a. aus seinem neuen Buch »Der Kater Humpelkumpel und ich«

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