Zeitung für Malocher

Zeitung für Malocher

Die Positionen der Besitzenden vertreten andere Presseerzeugnisse mehr als genug. Die junge Welt ist die Tageszeitung für Malocher, nicht für Millionäre. Welchen Unterschied das ausmacht? Testen Sie es für drei Wochen (bzw. für zwei Wochen im europäischen Ausland) kostenlos und unverbindlich. Sie müssen Ihr Probeabo nicht abbestellen, denn es läuft automatisch aus, garantiert!

 
  • Wem gehört die (junge) Welt?

    Am 24. Juni treffen sich die Genossinnen und Genossen der LPG junge Welt eG

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    Die Tageszeitung junge Welt (und der Verlag, in dem sie erscheint) gehört der Genossenschaft ihrer Leserinnen und Leser. Einmal jährlich lädt diese zur ordentlichen Vollversammlung ein. Sie findet traditionell am letzten Samstag im Juni in den Räumen der jungen Welt statt und beschäftigt sich vor allem mit den Jahresabschlüssen von LPG junge Welt eG und der Verlag 8. Mai GmbH. Im Geschäftsjahr 2016 fanden insgesamt drei Vollversammlungen statt, die dort gefassten Beschlüsse sollten dazu beitragen, die Verlag 8. Mai GmbH auf eine stabile Grundlage zu stellen. Genossenschaftsvorstand und Geschäftsführung des Verlages werden am 26. Juni Rechenschaft darüber ablegen, ob das gelungen ist.

    Die junge Welt kämpft an zwei Fronten um das ökonomische Überleben. Der nach wie vor wichtigste Aspekt ist die Zahl der bezahlten Abonnements von Print- und Onlineausgabe der Zeitung: Wenn die laufenden Einnahmen aus Abos die hohen Kosten decken, kann der Betrieb aufrechterhalten werden. Ihre Anzahl ist darüber hinaus wichtiges Kriterium dafür, wie es gelingt, die Zeitung bekannt zu machen. Zwar wächst der Abobestand entgegen allen Trends, aber noch immer kennen viele Menschen die Produkte des Verlages nicht oder nur vom Hörensagen. Deshalb wird Unterstützung durch die Genossenschaft dringend gebraucht, sei es über Kredite zur Absicherung der Zahlungsfähigkeit oder zur Finanzierung von Kampagnen und Investitionen. Mit den Beschlüssen der Genossinnen und Genossen im vergangenen Jahr wurde aber weit mehr geleistet als in den Jahren davor. Kern war eine Erhöhung des Stammkapitals im Verlag, stille Einlagen der Genossenschaft und ein Teilverzicht bei den Krediten. Ob und wie dies alles umgesetzt wurde, wird Gegenstand der Beratung am 26. Juni in der jW-Ladengalerie sein.

    Miteigentümer der jungen Welt kann werden, wer eine Mitgliedschaft in der Genossenschaft beantragt und sich bereit erklärt, mindestens ein Anteil in Höhe von 500 Euro zu zeichnen. Dieser Betrag kann auch in Raten abbezahlt werden (das Formular und weitere Infos finden Sie unter www.jungewelt.de/genossenschaft). Über alle Mitgliedsanträge, die den Vorstand noch rechtzeitig erreichen, wird er bis zum 23. Juni entscheiden. Mit der Zustimmung des Vorstandes gilt das Mitglied als aufgenommen und kann daher schon am 24. Juni stimmberechtigt an der Versammlung teilnehmen.

    Vorstand der Genossenschaft LPG junge Welt eG

  • Arschbacken abgrenzen

    Egal ob Hackler, Malocher oder Chrampfer: junge Welt bezieht klare Klassenposition

    Dietmar Koschmieder
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    »Klassenkampf ist ja so was von out! Wer soll das schon sein, die Arbeiterklasse? Wo es doch den Arbeiter gar nicht mehr gibt! Und die Kapitalistenklasse? Müssen wir uns nicht schützend vor unsere rheinischen Kapitalisten stellen, die überall in der Welt nur aus Neid angefeindet werden? Marxismus und so, ist doch alles letztes Jahrhundert. Begriffe wie Rechts und Links taugen heute doch nur noch, um Arschbacken von einander abzugrenzen …« So reden sie, die rechten Handlanger des Kapitals und ihre Medien. Ziel von solchem Geschwätz ist nicht Aufklärung, sondern Verschleierung. Denn die Arbeiterklasse soll auf keinen Fall sich selbst als Klasse erkennen. Das wäre entscheidende Voraussetzung dafür, dass sie sich als solche organisiert und konsequent handelt.

    Aber auch Linke tragen zur Verflachung der Diskussion bei. Der Slogan »Sozial is muss« ist einfach nur albern, weil weder der Sozialismus, nicht einmal das Soziale ein Muss ist. Sondern hart zu erkämpfen ist, wenn unsoziale Zustände nicht in die Barbarei führen sollen. Der Spruch ist ähnlich aufklärend wie »Kapital is muss«. Zwar tun die meisten Medien so, als ob ohne die Herrschaft des Kapitals nichts mehr gehen würde – seit genau 150 Jahren könnte aber auch aufgeklärten Journalisten in bürgerlichen Medien dank der Arbeiten von Karl Marx bekannt sein, dass die kapitalistische Produktionsweise, die die Herrschaft des Kapitals voraussetzt, mittlerweile nicht Lösung, sondern Ursache der wesentlichen Menschheitsprobleme darstellt. Was übrigens schon dazu geführt hat, dass in hellen Momenten selbst die FAZ genau diese These diskutiert – und zwar in ihrem Wirtschaftsteil, nicht nur im Feuilleton, wo sich immer wieder einmal linke Hofnarren austoben dürfen.

    Egal, ob sie nun Malocher (Deutschland), Chrampfer (Schweiz) oder Hackler (Österreich) genannt werden: Die junge Welt macht eine Zeitung für all jene, die im wesentlichen nur vom Verkauf ihrer Arbeitskraft leben. Egal ob sie als Industriearbeiter zum Kernproletariat gehören oder als Lehrer oder Lehrerin für die Reproduktion der Ware Arbeitskraft zuständig sind. Bei der Auswahl der Nachrichten, der Beschreibung und Analyse von Vorgängen gehen wir von ihren Interessen aus und nicht von denen der Kapitalvertreter. Es geht also beispielsweise nicht darum, soziale Grausamkeiten in Griechenland für die Schaffung optimaler Kapitalverwertungsbedingungen zu legitimieren – sondern die damit verbundene verschärfte Ausbeutung aufzuzeigen und sie auch genau so zu benennen.

    Über jeden, der das ebenfalls so sieht und die junge Welt abonniert, freuen wir uns. Denn das hilft uns nicht nur ökonomisch, sondern trägt auch dazu bei, Klassenbewusstsein zu verankern.

  • Falsche Erwägung

    Venezuela und Deutschland zeigen: Es braucht keine soziale Revolution, um den Unmut der Herrschenden auf sich zu ziehen

    Dietmar Koschmieder
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    Begeisterung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) für steineschmeißende Randaliererin

    Ausgerechnet die Frankfurter Allgemeine Zeitung feiert eine Randaliererin. Sie bezeichnet sich selbst als Guerillera und wirft mitten auf der Stadtautobahn Steine auf Beamte – dafür bezeichnet die FAZ sie wahlweise als »Ikone des Widerstandes«, »Ikone des Protestes« oder gar als »Wonder Woman«. Respekt und Aufmerksamkeit schenkt die »Zeitung für Deutschland«, wie die FAZ sich selbst nennt, der Steinewerferin allerdings nur aus einem einzigen Grund: Ihr Protest richtet sich »gegen das repressive Krisenregime von Präsident Nicolás Maduro«, also »gegen das sozialistische Regime in Venezuela«. (sämtliche Zitate aus der FAZ vom 12. Mai 2017). Völlig egal, dass dort Randale und Krawall auch mit Schusswaffengebrauch einhergehen, die mittlerweile über 40 Toten der letzten Wochen werden einfach dem »Regime« in die Schuhe geschoben. Das kann man machen, ohne direkt zu lügen: In einer AFP-Meldung, abgedruckt in der Berliner Zeitung vom 17. Mai heißt es zum Beispiel, dass ein 17jähriger gestorben sei, weil er »während einer Demonstration von Regierungsgegnern … aus einer Gruppe heraus beschossen« worden sei. Diese Meldungen sind meistens so konstruiert, dass der Eindruck entsteht, die Verantwortung für die Tode läge bei der Regierung. Dabei kann man dies in der Regel zu Meldezeitpunkt gar nicht wissen. Die junge Welt berichtete, dass man der Polizei nur die Verantwortung für den Tod zweier Demonstranten nachweisen konnte, drei Beamte wurden umgehend verhaftet.

    Wieso hetzen aber die FAZ und fast alle privaten, aber auch öffentlich-rechtlichen Medien im deutschsprachigen Raum so hemmungslos gegen die gewählte Regierung Venezuelas? Weil diese sich des größten Verbrechens schuldig gemacht hat, das man sich aus Sicht der im Kapitalismus Herrschenden begehen kann: Sie kümmert sich zu wenig um die Reichen, also um optimale Bedingungen für rücksichtslose Profitmaximierung, dafür aber zu sehr um die Belange ärmerer Schichten. Um den Unmut der Reichen auf sich zu ziehen, bedarf es heute keiner sozialen Revolution mehr, also der Überführung der wichtigsten Produktionsmittel in Gemeineigentum. Es genügt unter bürgerlich-kapitalistischen Bedingungen bereits eine zu soziale Politik.

    Auch in Deutschland wird so was nicht gerne gesehen, wie die FAZ in der selben Ausgabe vom 12. Mai 2017 kundtut. Zunächst vermeldet sie auf Seite eins, dass der deutsche Staat bis zum Jahr 2021 mit 54 Milliarden Euro Steuermehreinnahmen rechnen kann. Und weil die FAZ die Handlungsanleitung für das politische Personal zu vermitteln hat, muss sie das auf gleicher Seite entsprechend kommentieren. Diesmal übernimmt Heike Göbel die Aufgabe. Sie stellt zunächst fest, dass es jetzt Zeit und Möglichkeit für eine Senkung der Einkommenssteuer gäbe. Davon sollen aber keineswegs die »ärmeren Schichten« profitieren. Denn viel zu lange habe die große Koalition, angetrieben von Grünen und Linken, »die soziale Marktwirtschaft auf das Adjektiv reduziert. Es wird Zeit, den Marktgedanken zu stärken …« Kurzum, Schluss mit den Resten sozialer Wohlfahrt. Stattdessen müssten die Einkommen und Unternehmergewinne der Reichen weiter gestärkt werden. Was die mit dem Geld machen? »Einige werden Wagnisse eingehen und investieren, andere werden sich Konsumwünsche erfüllen, die Rente aufbessern oder Geld für gute Zwecke stiften. Auf jedem dieser Wege fließt privates Geld dahin, wo sich die Bürger den meisten Nutzen versprechen …« Noch nicht deutlich genug, welche Bürger gemeint sind, wessen Interessen hier vertreten werden? Gemach, es geht im gleichen Stil weiter. Eine Steuersenkung sei dann richtig umgesetzt, wenn »die überfällige Entlastung nicht verbrämt wird mit falschen Erwägungen sozialer Gerechtigkeit«. Eine Steuerentlastung müsse bei den oberen Einkommen ansetzen, »auch wenn ärmere Schichten davon nicht direkt profitieren«.

    Nicht nur soziale Gerechtigkeit ist also falsch, sondern bereits deren Erwägung. Deshalb wird in der gleichen Ausgabe der Zeitung in einem anderen Kommentar eine weitere konkrete Handlungsanweisung gegeben: Es müsse »deutlich mehr Geld« für die Rüstung ausgegeben werden! Auch diese Forderung wird wieder mit guten Argumenten untermauert: »Es kommt darauf an, dass Deutschland deutlich mehr Geld in das investiert, was die (meist) unsichtbare Voraussetzung für unsere Freiheit und unseren Wohlstand ist: Sicherheit.« Die Sicherheit wird also in Deutschland, Europa und in der Welt nicht durch Kriege und Ausbeutung bedroht, sondern durch mangelnde materielle Voraussetzungen für eine aktive deutsche Kriegspolitik. Da ist sogar was dran: Schließlich geht es der besitzenden Klasse um Freiheit für eine ungehemmte Profitmaximierung, nur die sichert ihren Wohlstand. Sicherheit für diese Art Freiheit wird künftig nur durch eine aggressive deutsche Armee gewährleistet. Wer sich solchen Aufgaben ernsthaft in den Weg stellt, bekommt Schwierigkeiten. Und zwar nicht nur von der kochtopfdeckelschlagenden Oberschichtsfrau oder der steineschmeißenden Guerillakämpferin.

    Letztere ist übrigens die 44 Jahre alte Fitness-Trainerin Caterina Ciarcelluti, die über das Netz »gleichermaßen Fitness-Fotos und politische Bekenntnisse verbreitet« (FAZ). Zur Ikone ist sie vor allem durch die Medien geworden, genauer durch einen Fotografen der französischen Nachrichtenagentur AFP, wie die FAZ mitteilt. Die vom Kapital abhängigen Medien entscheiden, welche Personen und welche Ideen groß rauskommen und welche nicht.

  • Zeitung kaufen

    Wer die Lebensbedingungen vieler Menschen ­massiv ­verschlechtern will, darf dafür in der jungen Welt keine Propaganda machen

    Dietmar Koschmieder
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    Anzeigenschaltung abgelehnt: Zwei Fälle

    Im Kapitalismus kann man mit allem Geld machen: Für die Nachfrage nach Gesundheit, Wohnen, Essen, Schlafen, Sex, Bildung oder Kultur lassen sich Waren herstellen, die dann zu möglichst hohen Marktpreisen und mit möglichst hohen Gewinnspannen verkauft werden. Auch Information und Analyse sind in dieser Gesellschaft Waren, mit denen Verlage über ihre Medien, die sie auf dem Markt anbieten, Profite erzielen wollen. Wobei diese nicht nur über Inhalte, sondern zum großen Teil auch aus den Anzeigenerlösen erwirtschaftet werden. Viele der angeblich seriösen Zeitungen sind daher eher Anzeigenblätter mit redaktionellem Umfeld. Als ein britischer Finanzkonzern die Berliner Zeitung aufkaufte, wollte dessen Management vom Berliner Verlag für das in Berlin eingesetzte Kapital eine zweistellige Rendite, alles andere war mehr oder weniger egal. Das hat natürlich Auswirkungen auf Personalpolitik, journalistische Qualität und Inhalte.

    Da aber in den Ländern mit bürgerlicher Demokratie Meinungen und damit das Wahlverhalten sehr stark durch Veröffentlichungen in Medien geprägt werden, ist es keineswegs unwichtig, wem die großen Verlage und Medienhäuser gehören und mit welchen Absichten sie ihre Produkte auf den Markt werfen und wer die Inhalte bestimmt.

    Die Tageszeitung junge Welt gehört der Genossenschaft ihrer Leserinnen und Leser. Aber auch sie ist auf die Einnahmen aus Anzeigen angewiesen, wenn auch viel weniger als so ziemlich alle anderen Tageszeitungen im Lande. Um eine Anzeige in der jungen Welt zu schalten, muss der Auftraggeber keineswegs mit den Positionen dieser Zeitung übereinstimmen. Wichtig ist aber, dass Leserinnen und Leser klar einschätzen können, wer hinter der Anzeige steht. So hat Norbert Blüms Sozialministerium in den 90er Jahren auch in der jungen Welt in einer Anzeige behaupten dürfen, dass die Renten sicher seien. Natürlich hat es sich die Redaktion trotzdem nicht nehmen lassen, in einem Artikel klarzustellen, warum die Rente schon damals keineswegs sicher war. Nicht abgedruckt haben wir hingegen eine ganzseitige Anzeige eines ominösen »Vereins Junger Wähler«, der in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in Bild und für 5.000 Euro auch in der jungen Welt (also den wichtigsten Zeitungen im Lande) kurz vor der Bundestagswahl 2005 Gregor Gysi und Oskar Lafontaine als »Deutschlands faulsten Zauber« geißeln wollte. Wäre die Anzeige mit »Junge Union Deutschland« gezeichnet worden, hätten wir sie abgedruckt. Denn dann hätten unsere Leser sie ohne weiteres einordnen können.

    In diesen Tagen wollte nun der in Berlin aktive Bauinvestor CG Gruppe in der jungen Welt eine Anzeige schalten. Das Immobilienimperium, das unter anderem auch in Frankfurt, Köln, Leipzig und Dresden wirkt, will damit in ihrem Interesse meinungsbildend wirken. Während andere Zeitungen wie taz und Neues Deutschland die Anzeige abdruckten, hat die junge Welt beschlossen, dies nicht zu tun. Das hängt mit unserem Grundverständnis zusammen, nach dem wir eine Zeitung für Malocher, nicht für Milliardäre sind. Wenn Konzerne mit ihren Spekulationsprojekten massiv die Lebensbedingungen vieler Menschen negativ beeinflussen, sollen sie die dazugehörige Propaganda in ihren Zeitungen schalten, aber nicht in unserer (siehe auch Seite 8).

    Daraus ergibt sich eine andere wichtige Schlussfolgerung: Auch die tägliche Erarbeitung und Verbreitung der jungen Welt führen zu hohen Kosten. Und wenn die notwendigen Erlöse nur zum kleinen Teil aus Anzeigen kommen, muss der große Teil über Aboeinnahmen erfolgen. Und damit der Preis so bleiben kann, dass möglichst viele sich den Zugriff auf ein Abo leisten können, brauchen wir viele Leserinnen und Leser, die diese Zeitung bestellen. Abonnieren wird aber nur, wer diese Zeitung kennt. Deshalb bitten wir auch um Mithilfe dabei, den Bekanntheitsgrad dieser Zeitung zu erhöhen. Ein dreiwöchiges Probeabonnement ist eine gute Möglichkeit dazu.

    www.jungewelt.de/probelesen

  • In wessen Interesse?

    Sie haben Ihren Standpunkt. Kennen Sie aber auch den Ihrer Tageszeitung?

    Dietmar Koschmieder
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    Ganz vorne, ganz ­wichtig: Vertreterinnen der ­Reichen haben gut lachen (der »W-20-Gipfel« vom 24. bis 26.4.2017 in Berlin ziert die Titelseiten)

    Zeitungen für Mächtige gibt es in Europa jede Menge. Dass sie für deren Hofberichterstattung zuständig sind, erkennt man nicht immer so leicht wie in den Mittwochausgaben der meisten deutschen Tageszeitungen dieser Woche – und das schon auf den Titelseiten. Einer Gleichschaltung der Presse bedarf es offensichtlich gar nicht mehr, der lachende Geld- und Blutadel fand überall gut temperierte Aufmerksamkeit. »Im Klub der mächtigen Frauen« titelte etwa die Berliner Zeitung und nannte das Treffen der sogenannten W 20 in der Hauptstadt einen »Gipfel der anderen Art«. Dabei handelt es sich bei den Abgebildeten keineswegs um die wirklich Mächtigen, sondern nur um deren Personal, Verwandtschaft oder Staffage. Gut, dass es mit der jungen Welt eine Zeitung gibt, die darauf hinweist. Und die auf ihrer Titelseite vom Mittwoch statt dessen auf die Kriegsschauplätze hingewiesen hat, auf denen gerade das Personal des türkischen Kapitals sein Unwesen treibt. Gelacht wird da nicht.

    Desinformieren

    Nicht immer erkennt man die Positionierung der angeblich neutralen Zeitungen so leicht. Ihre scheinbar objektive Berichterstattung über die Lage in Venezuela legt nahe, dass dort das Volk die korrupte Maduro-Regierung satt habe und sich diese nur noch durch gewaltsame Unterdrückung des breit aufgestellten Widerstandes an der Macht halten könne. Das wird zwar schon seit Jahren behauptet, aber die Manipulationen sind selten so massiv wie in diesen Tagen: Hunderttausende Pro-Maduro-Demonstranten werden einfach unterschlagen, gezielte kaltblütige Morde zur Destabilisierung der Lage der Regierung in die Schuhe geschoben, dafür aber protestierende Mittel- und Oberschichtsfrauen, womöglich wie vor dem Putsch in Chile 1973 mit Kochtöpfen als Krachinstrumenten ausgestattet, als Protest des Volkes verkauft. Ein Muster, das mittlerweile auch den bürgerlichen Medien bekannt sein müsste. Gut, dass es mit der jungen Welt eine Zeitung gibt, die in dieser Woche mit zwei grundlegenden Artikeln auf diese Art von Desinformation hingewiesen hat.

    Aufklären

    Auch Politikern, Bewegungen, Gewerkschaften und Parteien in Europa drohen solche Medienkampagnen, wenn sie sich erdreisten sollten, tatsächlich die Interessen der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, die vor allem von ihrer Arbeit, ihrer Rente oder Stütze leben müssen. Das hat etwas mit Besitzverhältnissen zu tun: Solange auch im angeblich so demokratischen Europa ein paar reiche Familien über mehr Produktionsmittel und Einkommen verfügen als die Hälfte der Bevölkerung des Landes, darf man sich nicht wundern, wenn Politiker und Medien vorrangig deren Interessen bedienen. Gut, dass es in diesen Zeiten eine Zeitung wie die junge Welt gibt, die der Genossenschaft ihrer Leserinnen und Leser gehört – und damit einer Eigentümerin, die darauf besteht, dass diese Zeitung der Aufklärung verpflichtet ist – und nicht der Verschleierung.

    Handeln

    Diesen Standpunkt zu verteidigen ist schon deshalb nicht einfach, weil auch die junge Welt genügend Einnahmen braucht, um ihre Arbeit zu finanzieren. Und wenn das Geld nicht von den Reichen und Mächtigen kommt, kann es nur von denen kommen, die so eine Zeitung dringend brauchen. Aber bevor Sie sich für ein Abonnement entscheiden, bieten wir Ihnen ein dreiwöchiges, kostenloses und unverbindliches Probeabo an (auch in die Schweiz und Österreich liefern wir gratis, allerdings »nur« zwei Wochen lang). Sie finden dann täglich diese etwas andere Zeitung in Ihrem Briefkasten – und können sich so selbst einen Eindruck von ihrem Gebrauchswert verschaffen. Und falls Sie auch diesen Schritt noch nicht gehen wollen: Nutzen Sie den Coupon rechts oben auf der Titelseite dieser Ausgabe und tauschen Sie ihn gratis am Kiosk gegen eine weitere aktuelle Ausgabe der jungen Welt ein. Dieses Angebot kann überall dort genutzt werden, wo die junge Welt in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Einzelhandel geführt wird.

    Jetzt junge Welt gratis testen: www.jungewelt.de/probelesen

  • Praxiskurs für jW-Aktivisten

    Teil 3 (und Schluss): Probeabolisten optimal nutzen. Mit kostenlosen Probeabos beweisen wir, dass eine notwendige Zeitung ist

    Ingo Höhmann

    Die Ausgangslage: Wir haben einen Passanten, Kollegen, Demoteilnehmer für ein dreiwöchiges Probeabo interessieren können. Jetzt kommt es darauf an, dass die Probeaboliste korrekt ausgefüllt wird. Was ist daran schon kompliziert, es sind ja alle Felder vorgegeben, mag mancher denken. Die Praxis zeigt aber, dass unsere Unterstützer auch hier Erfahrungen für ein optimales Ergebnis weiterzugeben haben.

    Zunächst sollte auf den Kopfteil der Probeaboliste hingewiesen werden. Da steht: »Kostenlos, verlängert sich nicht, muss nicht abbestellt werden!« Bitte mit Nachdruck vorlesen und mit Finger oder Kugelschreiber darauf zeigen. »Dafür wird unterschrieben, mehr nicht!« erklärt der Unterstützer. Das stärkt das Vertrauen des Interessenten (bei vielen anderen Probeabos fängt man ungewollt ein richtiges Abo ein, wenn man nicht rechtzeitig widerspricht). Ohne große Pause sollte nun der Hinweis kommen, dass ein Verlagsmitarbeiter der jungen Welt zum Ende der Laufzeit anrufen wird. Und zwar noch bevor der Interessent mit dem Ausfüllen beginnt. Wird der Interessent erst beim Schreiben auf die Wichtigkeit der Telefonnummer hingewiesen, kann das Misstrauen auslösen. Womöglich nimmt er von seinem Vorhaben wieder Abstand, streicht seine bisherigen Angaben durch, und wir haben eine herrlich verpfuschte Liste. Dieser Moment ist also sehr wichtig, aber wie erfolgt die Ansprache optimal? Bewährt hat sich: »Einen einzigen Ärger gibt es«, oder alternativ: »Eine einzige Gegenleistung hätten wir dann doch gerne.« Schon wird Mensch hellhörig und aufmerksam und denkt, wie überall kommt jetzt der Haken. Die meisten entspannen sich aber sofort wieder, wenn sie erfahren: »In der dritten Woche kommt ein Anruf.« Dabei geht es um zwei Fragen: Hat die Zustellung geklappt, und wie ist die Zeitung inhaltlich angekommen? Das brauchen wir für unsere Auswertung. Die jW sucht Leser, aber keine Kunden. Wenn jeder Aktivist nach diesem Grundsatz handelt, dann wird das sehr schnell verstanden. Aus dem Interessierten wird ein Leser, womöglich auch ein Abonnent und im günstigsten Falle ein Mitstreiter. Das aber entscheidet er selber.

    Auch das Ausfüllen einer profanen Liste kann also eine zutiefst politische Aufgabe sein. Übrigens ist es von Vorteil, wenn gleich in der ersten Zeile alle Spalten ohne Ausnahme ausgefüllt sind. Dadurch wird eine positive Grundhaltung bei den anderen Unterzeichnern erreicht, und sie orientieren sich an der Vorgabe. Zudem kann unser Standpersonal auf den mustergültigen Eintrag hinweisen.

    Die Probeabolisten und anderes Werbematerial werden all jenen, die sich an unserer 1.-Mai-Kampagne beteiligen, in der nächsten Woche zugeschickt. Ideal wäre, wenn jeder 1.-Mai-Besteller mindestens eine ausgefüllte Liste mit sieben Probeabonnenten zurückschickt. Alle anderen können sich gerne eine Probeaboliste von unserer Aktionsseite herunterladen (www.jungewelt.de/aktion/aktion-downloads.php).

  • Terror mit System

    Warum der Dortmunder Bombenleger das kleinere Übel ist, viele Medien dies aber gerne übersehen

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    Wegen ein paar Millionen Gewinn an der Börse zündet einer in Dortmund eine Bombe, um eine Fußballmannschaft auszulöschen. Selbst bürgerlichen Medien fällt dazu die Redewendung aus Karl Marx’ »Kapital« ein, nach der für den Titelgeber bei der Aussicht auf extra hohen Profit kein Verbrechen mehr existiert, das es nicht riskiert, selbst wenn dafür der Galgen droht. Das gilt allerdings nicht nur für den oder die Täter, die zu diesem Zweck das Team von Borussia Dortmund in die Luft sprengen wollten, sondern noch viel mehr für die Kapitalistenklasse insgesamt. Nur dass dieser ganz andere Machtmittel zur Verfügung stehen und sie diese viel systematischer einsetzt. Und dabei nicht nur einen Bus voller Menschen, sondern gleich die Existenz Tausender, ja von Millionen Menschen bedroht – und vernichtet. Sie nutzt dazu Kriege, Bomben, Folter als direkte Werkzeuge, aber auch indirekte wie Hunger, Krankheit und Armut. Warum aber nehmen viele Menschen, die sich über das Verbrechen in Dortmund empören, diese anderen, viel größeren stillschweigend in Kauf?

    Das hat auch etwas mit den Medien zu tun. In ihnen werden Einzelverbrechen angeklagt, aber verbrecherische Systeme meistens nicht. Das liegt am Standpunkt, den ihre Protagonisten einnehmen: Sie halten es in der Regel für völlig normal, ja erstrebenswert, dass Politik für eine optimale Profitmaximierung zu sorgen hat. Grund sind die Eigentumsverhältnisse: Die Medien vertreten in der Regel nicht nur die Standpunkte der Reichen – sie gehören ihnen auch oder stehen unter ihrem Einfluss. Trotzdem behaupten sie von sich, objektiv und überparteilich zu sein.

    Die junge Welt nimmt nicht nur eine andere Position ein – sie benennt diese auch. Unsere Zeitung wird gemacht für Menschen, die nichts (oder kaum mehr) besitzen als ihre Arbeitskraft. Jedenfalls keine Produktionsmittel in größerem Stil. Sie berichtet und analysiert, ausgehend von deren Standpunkt und Interesse. Verkürzt gesagt: junge Welt ist eine Zeitung für Malocher, nicht für Millionäre.

    Wir müssen uns schon selber darum kümmern, dass möglichst viele Menschen von der Existenz einer solchen Zeitung erfahren. Dazu brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Viele von ihnen verteilen rund um den diesjährigen 1. Mai die Tageszeitung junge Welt vor Ort auf Kundgebungen, bei Demonstrationen und in Fußgängerzonen. Auf der Titelseite dieser Ausgabe ist auch ein Gutschein aufgedruckt, der überall im Lande am Kiosk gegen eine weitere junge Welt eingetauscht werden kann. Darüber hinaus werden Probeabos eingesammelt – denn wie sich unser klarer Standpunkt auf die Berichterstattung auswirkt, kann man am besten erleben, wenn man sich die junge Welt drei Wochen lang kostenlos nach Hause schicken lässt. Auch Sie können sich an der Aktion beteiligen, indem Sie jemanden dafür gewinnen, den nebenstehenden Coupon auszufüllen.

    Verlag, Redaktion, Genossenschaft

  • Bündnisse für Kriege

    ... und eine Zeitung, die dagegenhält: Noch 19.000 Exemplare zu verteilen!

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    Ostermarsch 2015 in Düsseldorf

    Unglaublich, wie schnell bürgerliche Medien in diesen Tagen US-Führer Donald Trump vom unberechenbaren Vollpfosten zum »Feldherrn, der es ernst meint« (Berliner Zeitung), umschreiben. Die FAZ spekuliert gar über die »Geburtsstunde eines Weltpolitikers«. Diesen Sinneswandel bewirkte der Herr aus Washington mal eben rasch mit drei Aktionen: Zunächst lässt er völkerrechtswidrig Bomben auf Syrien werfen. Dann schickt er Kriegsschiffe Richtung Nordkorea los. Und schließlich erklärt er: Die NATO ist nicht länger obsolet, sondern ein Bollwerk für Frieden und Sicherheit! Der Jubel kennt kein Ende, NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg schwärmt: Dank Trump gebe es endlich nach vielen Jahren »eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben in Europa und Kanada«. Als ob das eine gute Nachricht sei. Eines Besseren belehrt wurden auch all jene, die tatsächlich glaubten, Trump sei gegen das amerikanische Establishment, gegen die NATO und ein Freund Russlands. Sozialdemokratische Friedensfreunde rechtfertigen Trumps Bombardement und Bruch des Völkerrechts als »nachvollziehbar nach dem Versagen des Weltsicherheitsrates« – und mit denen soll eine »rot-rot-grüne« Regierung möglich sein, ohne alle Prinzipien aufzugeben?

    Gut, dass es in diesen Zeiten der Irrungen und Wirrungen eine Zeitung mit klarem Standpunkt gibt! Damit noch viel mehr Menschen diese kennenlernen, wollen wir die junge Welt zum 1. Mai in einer Gesamtauflage von 150.000 Exemplaren verteilen. Ein notwendiges Ziel, aber noch letzte Woche waren wir unsicher, ob das zu schaffen ist. Zumal wir in diesem Jahr darauf orientieren, die Zeitungen tatsächlich bei Veranstaltungen, Kundgebungen und an Infoständen zu verteilen und nicht einfach in Briefkästen zu stecken. Mittlerweile liegen uns 155 Bestellungen vor, in bisher über 160 Städten und Gemeinden wird verteilt, darunter sind fünf in Österreich, vier in der Schweiz und alle Hauptstädte der deutschen Bundesländer – mit den Ausnahmen Kiel und Saarbrücken. Natürlich wünschen wir uns Verteilungen auch dort und in anderen fehlenden Orten wie in Freiburg i. B., noch sind Bestellungen möglich – und nötig: Es fehlen Verteiler für knapp 19.000 Zeitungen, um unser Ziel zu erreichen. Nutzen Sie für Ihre lokale Aktion das Formular auf dieser Seite oder das im Internet (www.jungewelt.de/verteilen). Bei Fragen steht Ihnen unser Aktionsbüro zur Verfügung (aktionsbuero@jungewelt.de oder 030/53 63 55 10). Wenn wir gemeinsam handeln, erreichen wir schon demnächst Dinge, die noch gestern viele für unmöglich hielten!

    Verlag, Redaktion, Genossenschaft

  • Praxiskurs für jW-Aktivisten

    Teil 2: Die junge Welt am Infostand – welche Gefahren lauern? Selber tun ist der Ansatz. Trotzdem darf man auch Erfahrungen anderer nutzen

    Ingo Höhmann
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    So ein Infostand erfüllt gleich mehrere wichtige Aufgaben für unsere Zeitung. Zunächst wird die junge Welt im Stadtbild sichtbar. Dann können sich Interessierte hier informieren. Vielleicht die wichtigste Aufgabe ist es aber, Menschen neugierig zu machen, sie dazu zu bringen, die junge Welt für sich zu entdecken. Deshalb stehen für die Besetzung am jW-Stand im Unterschied zur Verteilung das Gespräch, die Diskussion im Mittelpunkt. Dafür ist es hilfreich, wenn es bei den Standaktivisten Grundkenntnisse über die jW und politische Zusammenhänge sowie eine gewisse Schlagfertigkeit gibt. Am Stand sollten nicht mehr als zwei Personen agieren (die anderen dürfen Zeitungen verteilen). Folgende Einteilung hat sich bewährt: Eine Person übernimmt die Aufgabe, alle Fragen im Zusammenhang mit der Zeitung zu beantworten. Die Brisanz der jW-Themen fordert immer wieder politische Diskussionen heraus, welche auch einen scharfen Charakter annehmen können. Und hier kommt die zweite Person ins Spiel: Sie übernimmt die Diskussion.

    Der oder die andere kümmert sich darum, Vorübergehende zum Aufenthalt am Stand zu bewegen. Dazu stellt er sich vor den Stand und bietet dem Passanten eine jW an. Wenn dieser zugreift, stellt man die Frage: »Zeitung ist bekannt?« Bei Bejahung darauf hinweisen, dass man sie drei Wochen kostenlos probelesen kann (wie man erfolgreich Probeabos wirbt, besprechen wir am nächsten Sonnabend an dieser Stelle). Bei Verneinung kann ruhig Erstaunen gezeigt werden: »Was? Wir sind aber schon 70 Jahre auf der Welt. Da steht das drin, was andere Zeitungen nicht schreiben.« Wenn Interesse geweckt wurde, kommt man leicht ins Gespräch. Mit einem Testabo kann der Gesprächspartner dann ja unser Zeitungsangebot kostenlos und unverbindlich überprüfen.

    Die größte Gefahr kommt übrigens nicht von politischen Gegnern. Informationsstände werden häufig von Wohlmeinenden mit ihrem großen Gesprächsbedarf lahmgelegt. Hier darf man höflich, aber bestimmt klarmachen, dass dadurch die eigentliche Aufgabe am Stand nicht mehr erfüllt werden kann. Übrigens: Die Ausgestaltung des Standes mit interessantem jW-Werbematerial oder weiteren Produkten unseres Verlages (etwa Plakaten, Aufklebern, Beilagen, Melodie & Rhythmus, Genossenschaftsbroschüre) erzeugt Neugier und fördert das Interesse. Allen, die für die Verteilaktion zum 1. Mai Zeitungen bestellt haben, wird rechtzeitig ein Aktionspaket mit solchem Material geliefert. Das darf natürlich auch für spätere Aktionen bei uns bestellt werden.

  • Praxiskurs für jW-Aktivisten

    Teil 1: Die junge Welt verteilen – eine Wissenschaft? Jedenfalls ist es sinnvoll, dabei Erfahrungen zu berücksichtigen

    Ingo Höhmann
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    Mit unserer Verteilaktion wollen wir innerhalb kürzester Zeit bundesweit und bei Ihnen vor Ort die größtmögliche Zahl an Zeitungen an interessierte Menschen verteilen. Erfahrene Unterstützer wissen, dass das nicht immer einfach ist, denn sie erleben beim Verteilen der jungen Welt verschiedene Reaktionen, von der freudigen Entgegennahme bis zur bösartigen Ablehnung. Darauf sollte man vorbereitet sein. Allerdings hat ein jW-Unterstützer gegenüber anderen Zeitungsverteilern einen wichtigen Vorteil: Er macht es freiwillig, identifiziert sich mit dem Selbstverständnis der jW und ist von der Notwendigkeit ihrer Verbreitung überzeugt. Branchenübliche Marketingmethoden, gepaart mit einem Zahnpastawerbelächeln, sind ihm hingegen fremd. Das wird von der Zielgruppe durchaus positiv aufgenommen.

    Damit die Aktion ein Erfolg wird, sollten weitere Erfahrungen unserer Unterstützer berücksichtigt werden. Dazu gehört eine gute Planung von Ort, Zeitpunkt sowie Personal- und Mitteleinsatz. Auch scheinbare Kleinigkeiten sind zu beachten, so sollte ein Verteiler vielleicht 30, aber nicht mehr als 50 Ausgaben auf dem Unterarm tragen. Und zwar so, dass der Titel für sein Gegenüber gut erkennbar ist. Mit der freien Hand streckt man das zu vergebende Exemplar dem Passanten entgegen. Das darf durchaus offensiv geschehen, weniger erfolgversprechend ist es, die Zeitung passiv in die Luft zu halten. Blickkontakt und eine prägnante Ansprache, »junge Welt von heute, kostenlos!«, ermuntern zum Zugreifen. Sätze wie »Kennen sie die jW schon?« oder »Möchten sie die jW von heute haben?« bewirken deutlich weniger.

    Der Verteiler kann mit Fragen konfrontiert werden, auf die er kurze, präzise Antworten geben sollte: Was ist das für eine Zeitung? Wer gibt sie heraus, oder wem gehört sie? Wo erscheint sie und seit wann? Wie finanziert sie sich? Wer diskutieren will oder mehr Informationen wünscht, sollte an den Infostand verwiesen werden, damit die Verteilung nicht unterbrochen wird. Da unsere Verteiler meistens vor Ort bekannt sind, ist das nicht immer einfach, weil es Gesprächsbedarf gibt. Aber da man ja eine Aufgabe erfüllen will, sollte man sich für später verabreden und weiterverteilen.

    Da die junge Welt eine klare Haltung einnimmt, kann es auch dazu kommen, dass ein Passant, dem diese nicht gefällt, provoziert. Wenn einem dazu nicht spontan und schlagfertig ein gutes Argument einfällt, wird der meckernde Bürger einfach ignoriert. Wichtig ist, sich nicht beirren und keine Frustration aufkommen lassen. Auch dann nicht, wenn mal eine größere Passantengruppe die Entgegennahme der Zeitung verweigert. Das kann viele Gründe haben. Wenn der Bestand auf dem Arm zur Neige geht, bewegt man sich weiterverteilend in Richtung Infostand (oder zur Zeitungsablage) und holt sich dort neue Zeitungen. So entsteht kein Leerlauf.

    Natürlich ist es sinnvoll, solche Überlegungen zu berücksichtigen. Aber trotzdem sollte jeder vor allem eigene Erfahrungen sammeln. Dazu bestellt man sich einfach beim Aktionsbüro die Zeitungen – und verteilt sie am 1. Mai vor Ort. Damit unsere Zeitung bekannter wird!

  • Gemeinsam sind wir stark!

    Wer hilft mit, noch 39.000 Zeitungen zu verteilen?

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    Statt Werbemillionen: Verteilaktionen rund um den 1. Mai

    Ist die junge Welt bei Ihnen vor Ort schon bekannt genug? Egal, um welche Region in Deutschland, der Schweiz oder in Österreich es sich handelt, die klare Antwort lautet: Nein! Es ist noch sehr viel zu tun, damit möglichst viele Menschen erfahren, dass es eine Alternative zum bürgerlichen Medieneinheitsbrei gibt. Zwar haben wir keine Werbemillionen, aber viele Leserinnen und Leser, die tatkräftig mithelfen, Defizite und Blockaden zu überwinden!

    Am effektivsten geschieht das, wenn wir gemeinsam handeln. Deshalb wollen wir die Ausgabe der jungen Welt zum 1. Mai 2017 in einer Auflage von 150.000 Exemplaren drucken und zusammen im deutschsprachigen Raum verbreiten. Damit das gelingen kann, brauchen wir Unterstützung: Für 39.000 Zeitungen suchen wir noch aktive Verteiler! Leisten doch auch Sie einen konkreten Beitrag zur Aktion und bestellen Sie Ihren Packen junge Welt!

    Die 1.-Mai-Ausgabe der jungen Welt wird am Freitag, den 28. April 2017, gedruckt und geht dann auch sofort in den Versand. Wir kümmern uns darum, dass Ihre jW-Exemplare am 29. April, also am Samstag vormittag, beim Zeitungshändler Ihrer Wahl zur Verfügung stehen. Sie können also am Samstag in der Fußgängerzone verteilen. Oder am Sonntag Kneipen und Szenetreffpunkte abklappern. Und am Montag, den 1. Mai, mit der jungen Welt auf Veranstaltungen und Kundgebungen präsent sein. Wenn die Kraft reicht bzw. wenn es Mitstreiter gibt, darf man auch gerne einen Infostand anmelden und neben dem Zeitungsverteilen Probeabos einwerben. Für eine optimale Vorbereitung gibt es auch an den nächsten Samstagen an dieser Stelle praktische Tips von erfahrenen Aktivisten.

    Und wie kommen Sie nun an Ihre Zeitungen? Erster Schritt: Legen Sie die gewünschte Stückzahl fest, wir empfehlen nicht unter 300 Zeitungen zu bestellen, mehr sind gerne möglich. Füllen Sie dann den Coupon auf dieser Seite oder im Internet aus und nennen Sie dabei auch einen Kiosk, eine Bahnhofsbuchhandlung für die Anlieferung. Sie erhalten zudem ein kleines Paket mit Werbematerial gratis dazu. Und wenn sie 500 Zeitungen und mehr anfordern, liefern wir sogar an Ihre Privatadresse. Weitere Fragen können Sie gerne mit unserem Aktionsbüro klären (aktionsbuero@jungewelt.de oder 030-536355-10).

    Gemeinsam mit Ihnen erreichen wir morgen Dinge, die heute noch viele für unmöglich halten!

    Verlag, Redaktion, Genossenschaft