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50 Jahre Putsch in Chile

50 Jahre Putsch in Chile

Im Jahr 2023 jährt sich der faschistische Putsch in Chile zum 50. Mal. Anlässlich dieses Ereignisses plant die Tageszeitung junge Welt eine Veranstaltungsreihe. Es werden der eingeschlagene sozialistische Weg durch die Unidad Popular und den Präsidenten Salvador Allende gewürdigt, der Putsch durch General Augusto Pinochet unter Anleitung und Finanzierung durch die USA sowie der Widerstand dagegen in Erinnerung gebracht. Vielfache Bezüge zu heutigen Entwicklungen werden hergestellt. Den Höhepunkt fand unsere Reihe mit einem Konzert im Gedenken an den chilenischen Musiker Victor Jara. Einige weitere Veranstaltungen sind noch in Planung.

Die Veranstaltungen unserer Chile-Reihe finden Sie unten:
Alle Veranstaltungen in der Maigalerie der jungen Welt werden auch per Livestream auf jungewelt.de übertragen.

Teilnehmer

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    Duo Yarawi (Tobias Thiele & Aruma Itzamaray)

    Duo Yarawi

    Tobias Thiele

    Lateinamerika und speziell Kuba spielt für den Liederschreiber, Theatermusiker und Musikproduzenten Tobias Thiele eine wichtige Rolle. Seit seiner Kindheit reist er regelmäßig auf die größte Insel der Antillen und war u.a. in Chile, Mexiko und Perú. Er engagiert sich in politischen Organisationen und setzt sich über die Musik und Poesie Lateinamerikas mit der dortigen Lebensrealität auseinander. Seine Musik bewegt sich zwischen Welten,- zwischen Utopie und Realität, Traum und Wirklichkeit, Stillstand und Veränderung, Krieg und Frieden, Dir und Mir ...

    1986 in Berlin-Friedrichshain geboren, arbeitet er seit 2004 als Studio-, Livemusiker, Produzent und Theatermusiker. Er komponierte, arrangierte und performte Musik für bisher sechs Theaterstücke. Er veröffentlichte 2016 sein Solo-Debütalbum „Unerhört“ und erhielt dafür 2017 den Förderpreis der Liederbestenliste. 2017 nahm er mit Unterstützung der Peter-Rohland-Stiftung sein zweites Album „Alles kann anders sein“ (2018) auf der Burg Waldeck auf. Während seines Aufenthaltes gewann er den Peter-Rohland-Singewettstreit und 2018 den „Walther-von-der-Vogelweide-Preis“, der ihm auf dem Würzburger Lieder-Festival "Songs an einem Sommerabend" verliehen wurde. Er spielte Konzerte in Deutschland, Kuba, Österreich und Frankreich. Im Januar 2020 war er zu Gast auf Kuba beim Lieder-Festival „Longina“ in Santa Clara. Am 24. Dezember 2021 erschien sein drittes Studio-Album “Es brennt”, welches im Mai 2022 mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde. Als Studiomusiker recordete er u.a. für Sido, Stefanie Heinzmann, Cassandra Steen, Damion Davis, Jetzt kommt Fargo, u.v.m.

    Seit Dezember 2021 arbeitet er im Blue Lizard Recording Studio im Boitzenburger Land als Musikproduzent und ist an verschiedenen Produktionen beteiligt.

    Zusammen mit der Chilenin Aruma Itzamaray ist Tobias Thiele im Duo Yarawi tätig. Die Gruppe bringt chilenische Gedichter und Lieder auf deutsche Bühnen.

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    Yaima Orozco

    Yaima Orozco

    Yaima Orozco

    Die kubanische Komponistin, Sängerin und Gitarristin Yaima Orozco stammt aus Santa Clara, im Zentrum Kubas. Sie ist eine der wenigen weiblichen Vertreterinnen der heutigen Liedermacher auf der Insel. Mit klarer Stimme singt sie ihre Lieder, in denen traditionelle kubanische Genres wie Son, Bolero, Danzón, Guajira sowie andere lateinamerikanische und Weltrhythmen vertreten sind.

    Sie ist Mitglied der UNEAC und gehört zum renommierten Singer-Songwriter-Kollektiv La Trovuntivitis. Mit diesem entstand ein Album sowie in Zusammenarbeit mit dem katalanischen Gitarristen Alfred Artigas (»Gracia«) sowie mit dem Liedermacher Miguel Angel de la Rosa (»Para revolver«).

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    Pablo Miró

    Pablo Miró

    Pablo Mirós Herz schlägt im Takt verschiedener Kulturen. Der Takt seiner südamerikanischen Heimat mag dabei der deutlichste sein, doch sein kreatives Empfinden verträgt keine Einschränkungen - weder musikalische noch sprachliche. Miró interpretiert seine Lieder auf Spanisch genauso sicher wie auf Deutsch. Sein Klangspektrum speist sich aus der Vielfalt impulsiver südamerikanischer Rhythmen und dem satten Fundus europäischer Kompositionslehren. Mit seinem meisterhaften Gitarrenspiel, dem leidenschaftlichen Gesang und den gefühlvoll komponierten Songs besitzt seine künstlerische Ausdrucksfähigkeit eine unverwechselbare Qualität. Die reichhaltigen Eindrücke und Erfahrungen seines Lebens finden hier harmonisch zueinander. Alltagssorgen, Wut über Ungerechtigkeit, Hoffnung und Liebe verleiht er auf poetische Weise Ausdruck – nie bitter, nie resigniert, sondern immer einfühlsam und mit einem strahlenden Blick nach vorn.

    Pablo Miró verließ Argentinien, als die Diktatur das Herz seiner Heimat vergiftete. Zuflucht fand er zunächst in Paris, später in Deutschland. Dort und zeitweilig auch in Florenz bereicherte er seine Leidenschaft für Musik um eine fundierte Ausbildung. Als das Militär in Argentinien weggefegt war, studiert er in seiner Heimatstadt Córdoba die Musik seines eigenen Landes. Das Wissen um die wunderbare Welt der Vielfalt bestimmt seitdem seinen künstlerischen Weg. Bereits Pablos erste Produktion “Luz Bengala” präsentiert eine elegante Melange aus Jazz, Pop und folkloristischen Elementen. “Magico”, die zweite CD des Künstlers, erweitert sein musikalisches Spektrum um die Bossa Nova. Auf seinem dritten Album “Vida” stellt er seine Lieder, seinen Gesang und sein brillantes Gitarrenspiel in den Mittelpunkt. Grenzen sind für Miró heute kein Thema mehr - weder politische noch kulturelle. Seine Arbeit steckt voller Sympathie für Menschen und Geschichten. Grenzenlos und voller Zuversicht ist deshalb auch seine aktuelle CD “Courage”.

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    Calum Baird

    Calum Bird

    Calum Baird ist ein unabhängiger schottischer Singer-Songwriter und Musiker, der in seinen Liedern soziale, kulturelle und politische Ideen und Themen in einem Folk-Stil verbindet, der unter anderem von Neil Young, Bob Dylan, Dick Gaughan, Billy Bragg, Phoebe Bridgers und Phil Ochs beeinflusst ist. Calum ist von klein auf in die Musik eingetaucht, und in seinen Liedern kommt eine große Auswahl an Instrumenten zum Einsatz, was seine Musik in die Genres Indie-Folk/Folk-Rock führt.

    Als Künstler ist Calum voll in die kulturelle Produktion eingebunden. Er begann bereits als Teenager mit dem Schreiben von Songs, die er aus seinen eigenen Erfahrungen und Beobachtungen schöpfte, um eine Verbindung zum Publikum und den Zuhörern herzustellen. Sein Debütalbum »No Right Turn« wurde 2015 veröffentlicht und präsentiert eine einzigartige Mischung aus Folk-, Rock- und Bluessongs. Das Album enthält eine Mischung aus introspektiven Folktiteln, Liebesliedern und rockigen Protestsongs, die alle mit ehrlichen, gefühlvollen Texten und gefühlvollem Gesang und Gitarrenspiel vorgetragen werden.

    Seitdem hat Calum weiterhin unabhängig Musik veröffentlicht, wobei jede neue Veröffentlichung sein Wachstum und seine Entwicklung als Songwriter und Musiker zeigt. Seine Musik wurde von Radiosendern in ganz Großbritannien und international gespielt, und er ist auf Festivals und Veranstaltungen im ganzen Land und in Europa aufgetreten. Zu diesen Auftritten gehören das Barnasants Festival in Barcelona im Jahr 2017, wo er als erster Schotte auf dem Festival auftrat, sowie Tourneen durch Deutschland in den Jahren 2019 und 2021. Calum war auch der erste Schotte, der seit den 1980er Jahren beim Festival Musik und Politik in Berlin auftrat, und er ist von 2013 bis 2022 mehrfach beim Edinburgh Fringe Festival aufgetreten.

    Calums Musik zeichnet sich durch ihre Ehrlichkeit und Authentizität aus, seine Texte sind oft introspektiv und persönlich. Calum wurde in Onlinemedien und Blogs sowie in der nationalen und internationalen Presse vorgestellt, unter anderem in der Zeitung The Scotland on Sunday als Künstler der Woche.

    Neben seiner Musik ist Calum auch ein leidenschaftlicher Verfechter von sozialer Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. In seinen Texten geht es oft um Themen wie Armut, Ungleichheit und Antirassismus, und er nutzt seine Plattform, um sich zu diesen Themen zu äußern. Calum schreibt und spielt weiterhin Musik, die das Publikum direkt anspricht.

    Neben seinen Tourneen und seiner eigenen Musik schrieb und komponierte Calum die Musik für den preisgekrönten Spielfilm Exiles (2021) der Dichterin und Schriftstellerin Victoria McNulty aus Glasgow.

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    Nicolás Rodrigo Miquea

    Nicolás Rodrigo Miquea

    Der Liedermacher, Dichter und Gitarrist Nicolás Rodrigo Miquea wurde 1981 in Talcahuano in Chile geboren. Er studierte klassische Gitarre in New York, Weimar und Rostock. Heute unterrichtet er Gitarre an einer Musikschule in Berlin und gibt Konzerte.

    Nicolás Miquea hat sich mit seinem lateinamerikanischen Erbe auseinandergesetzt und ließ sich von großen Liedermachern wie Víctor Jara und Violetta Parra inspirieren. Viele seiner Texte wurden in Chile veröffentlicht. Seine erste Gedichtsammlung “Cabeza, manos, tronco y cuello” (Kopf, Hände, Rumpf und Hals) erschien 1994. In seinen Liedern behandelt Nicolás neben Biographischem vor allem politische Themen. „Für mich ist Musik politischer Aktivismus.“, sagt er in einem Interview mit Lateinamerika Nachrichten.

    Dabei setzt er sich kritisch mit der Rolle des Westens in der Welt auseinander. Dies wird beispielsweise in dem Lied „Cuando el imperio habla de paz“ („Wenn das Imperium von Frieden redet“) deutlich. Zudem kritisiert er, dass sich die Menschen hier in Europa trotz besserer Bildung kaum der globalen Zusammenhänge und Konflikte bewusst sind. Diese Blindheit bzw. dieses Nicht-sehen-wollen behandelt er in seinem Lied „Discusión con un europeo“ („Diskussion mit einem Europäer“). Nicolás beleuchtet hier die Kehrseite der Medaille der globalisierten Welt, der Transkulturalität. Denn im Westen nutzen wir die Vorteile der Globalisierung auf Kosten der Anderen. Die Grenzen sind geöffnet um unsere Bedürfnisse zu erfüllen, gleichzeitig jedoch werden sie immer fester, höher, sicherer. „Europäer du vergisst“, sagt Nicolás Miquea in dem Text, „el tsunami de huesos que se asoma por tus fronteras“ („den Tsunami aus Knochen, der sich vor deinen Grenzen ansammelt“).