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Blende 2017

Magische Momente

Fotos betrachten ist wie in fremde Welten eintauchen. Nun ist es soweit: Die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs »Blende 2017« sind ausgewählt und lassen uns in dieser Beilage an magischen Momenten ihres Lebens teilhaben. Glücklicherweise hatten sie eine Kamera im Anschlag und im richtigen Augenblick ausgelöst.

Die Jury von junge Welt hatte wahrlich keine leichte Aufgabe, die diesjährigen Preisträger zu bestimmen. Das lag einerseits an den qualitativ hochwertigen Aufnahmen, aber auch daran, dass jede Menge Zusendungen die Redaktion erreichten. Nicht nur der jW-Briefkasten war prall gefüllt, die digitalen Postfächer ebenso. Erstmals war es möglich, Bilder auch elektronisch zu verschicken, und diese Möglichkeit wurde rege genutzt. 116 Fotografinnen und Fotografen nahmen insgesamt teil. Der jüngste war gerade einmal zehn Jahre alt, der älteste 74. Unter ihnen waren auch wieder 26 Schülerinnen und Schüler der Foto AG des Gymnasiums Klotzsche in Dresden, die uns etliche Bilder zukommen ließen. Am beliebtesten erwies sich das Thema »Urbanität – Großstädte – Street Photography« mit 188 Zusendungen, gefolgt von »Licht und Schatten« (151 Fotos). Dem Jugendthema »Blickwinkel« waren 110 Aufnahmen gewidmet, der Aufgabenstellung »Flucht« insgesamt 64.

Bei aller statistischer Betrachtung soll die Bilderschau eine sinnliche Erfahrung sein, und jedes Einzelne der hier abgedruckten Werke zieht den Betrachter in seinen Bann. Herbert Schneider aus Hamburg zum Beispiel ist das Titelbild zu verdanken, das der 58jährige während des G-20-Gipfels im Juli in Hamburg aus der Froschperspektive geschossen hat – ein zum Protest entschlossener Punk während der Technoparade »Lieber tanz' ich als G 20«. Das mystische, an den Filmklassiker »Nosferatu« erinnernde »Dinosaur Sr. On his way to work« ist ein Werk von Wolfgang Fischer aus Wien. Der zweite Preis der Kategorie »Licht und Schatten« geht an Harald Pürzel für sein besonders warmherziges Bild »In Betrachtung«. Der Titel des Gewinnerfotos aus dem Bereich »Urbanität« von Johanna Bröse – »Alltag im vierten Stock, Tristesse über den Straßen von Köln-Kalk« – sagt schon viel über ihren augenzwinkernden Beitrag. Und das Triptychon von Alexej Brykowski aus Berlin hat den ersten Preis des Themas »Flucht« für seine Beispiele des Eskapismus aus dem Alltag redlich verdient.

Genug der Worte – jetzt geht es ans beäugen. In der jW-Ladengalerie werden übrigens noch einige Einsendungen zusätzlich zu den hier abgebildeten ausgestellt sein. Ein herzlicher Dank gilt allen Fotografinnen und Fotografen, die sich an »Blende 2017« beteiligt haben!

junge Welt

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Erschienen in der Beilage vom 15.11.2017, Seite 1, Feuilleton

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