Aus: Ausgabe vom 15.11.2017, Seite 14 / Feuilleton

Vorschlag

Damit Ihnen das Hören und Sehen nicht vergeht

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Traditionelle Tänze werden mit Rahmentrommeln begleitet: »Die Prophezeiung der Yupik«

Die Prophezeiung der Yupik

Und nun – das Wetter. Schrumpfende Eisberge, schmelzendes Meereseis, tauende Permafrostböden und aussterbende Tierarten – all das wirkt sich auf das Leben der Yupik aus, die Alaska seit Jahrhunderten besiedeln. Jahrzehnte, bevor Wissenschaftler die Möglichkeit eines Klimawandels erwogen, warnten schon die erfahrenen Alten ihre Kinder. Sie erkannten frühzeitig minimale Veränderungen ihres Lebensraumes. Heute sind die Folgen des Klimawandels deutlich sichtbar. Das Land ist bis tief in den Winter eis- und schneefrei, Holunder- und Weidensträucher vermehren sich in der Tundra, das Eis der Flüsse ist nicht mehr tragfähig, der Wasserspiegel steigt, die Küstenerosion nimmt zu. Apokalypse? Die Frage ist doch: Können wir noch etwas tun? Und wenn ja: Warum geschieht so wenig? Dass die Klimafrage nicht ohne die Klassenfrage zu lösen ist, dämmert manchen. Aber noch zu wenigen.

3sat, 21.00

Clouzot – Meister des ­psychologischen Thrillers

Seine Bildsprache ist schockierend, seine Dialoge messerscharf: Bereits mit seinem Debütfilm profiliert sich Henri-Georges Clouzot 1942 als Meister des Suspense, der Spannungserzeugung mit geringsten Mitteln. Wissen wir viel zu wenig drüber. Und schauen deswegen ausgiebig rein. Im Anschluss eine weitere Doku zum Meister.

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Hitchcock zählte ihn zu den bedeutendsten französischen Regisseuren: Henri-Georges Clouzot. Mit Filmen wie „Unter falschem Verdacht“ (1947) und „Lohn der Angst“ (1953) avancierte er in den 50er Jahren zum Meister des hintergründigen Thrillers.

Arte, 21.55

Europa an der Grenze

Chaos in der Flüchtlingspolitik

Schon der Titel ist eine Unverschämtheit und AfD-Propaganda. Dass die Flucht-und-Vertreibungs-Frage nicht ohne die Klima- und die Klassenfrage zu lösen ist, dämmert manchen. Aber noch zu wenigen.

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Ein Kameramann filmt Flüchtlinge, die gerade aus dem Mittelmeer gerettet wurden.

ZDF, 22.45

665 Freunde

Filmemacher Jonas Gernstl ist Anfang 30 und in der Sinnkrise. Warum sieht bei seinen 665 Facebook-Freunden das Leben immer toller aus als bei ihm? Also begibt er sich auf eine Reise zu ihnen, um zu sehen, wie sie das machen, und wie es gelingen kann, glücklich zu sein. Was willst du eigentlich vom Leben? Machst du, was du wirklich willst? Bist du glücklich? Und wenn ja, wie lange noch. Und wenn ja zweitens: Warum? Wie kannst du es sein? Dass die individuelle Glücksfrage nicht ohne die Klima- und die Klassenfrage zu lösen ist, dämmert manchen. Aber noch zu wenigen. In diesem Sinne: Gute Unterhaltung!

BR Fernsehen, 22.45

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