»Sea-Watch« stellt Strafanzeige gegen libysche Küstenwache
Berlin/Rom. Die deutsche Seenotrettungsorgansation »Sea-Watch« stellt Strafanzeige in Deutschland und Italien gegen die libysche Küstenwache. Die Anzeigen umfassen schwerwiegende Vorwürfe wie Piraterie gemäß der Konvention zur Bekämpfung unrechtmäßiger Gewalttaten gegen die Sicherheit des Schiffsverkehrs der Internationalen Schiffahrtsorganisation IMO (SUA) und dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UNCLOS), wie »Sea-Watch« am Montag mitteilte. Konkret wird Bezug genommen auf einen Vorfall am 26. September 2025 in internationalen Gewässern: Demnach hätte ein libysches Patrouillenboot Crewmitglieder und 66 gerettete Personen der »Sea-Watch 5« »bedrängt, bedroht und beschossen« und die Helfer zum Abbruch der Rettungsaktion aufgefordert – »obwohl sich der Einsatz in internationalen Gewässern befand und völkerrechtlich geboten war«.
Berlin und Rom seien in »unmittelbarer Mitverantwortung für die Gewalttat, da die EU die beteiligten Milizen finanziert und ausrüstet«, hieß es in der Mitteilung weiter. So sei das eingesetzte Boot von der italienischen Regierung zur Verfügung gestellt worden. Mit Blick auf die Regierung in Berlin erinnerte Sprecherin Giulia Messmer daran, dass erst im vergangenen Jahr entschieden wurde, »das Training der sogenannten libyschen Küstenwache durch die Bundeswehr zu ermöglichen«.
Verschiedene zivile Seenotrettungsorganisationen haben sich nun zur Allianz Justice Fleet zusammengeschlossen und verweigern kollektiv die Kommunikation mit libyschen Seebehörden. Wie »Sea-Watch« weiter mitteilte, hätten sich auch die von Italien derzeit blockierten Rettungsschiffe »Sea-Watch 5« und »Aurora« geweigert, »mit genau diesen Milizen während ihrer Rettungseinsätze zu kommunizieren«. (jW)
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