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Aus: Ausgabe vom 20.04.2026, Seite 1 / Titel
Kuba-Unterstützung

Sozialdemokraten solidarisch mit Kuba

Spanien, Mexiko und Brasilien fordern auf Konferenz in Barcelona Einhaltung des Völkerrechts. SPD schließt sich nicht an
Von Volker Hermsdorf
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Kundgebung zur Proklamation des sozialistischen Charakters der Kubanischen Revolution vor 65 Jahren (Havanna, 16. April)

Am Freitag rief Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel die Bevölkerung der Insel auf, sich angesichts der wiederholten Androhung von Militärschlägen durch US-Präsident Donald Trump auf eine Invasion vorzubereiten. Fast zeitgleich nahmen sozialdemokratische Politiker aus mehr als 40 Ländern am Wochenende in Barcelona an einem Gipfel mit dem ambitionierten Titel »Global Progressive Mobilisation« teil. Die »progressiven Kräfte in der Welt« dürften nicht »tatenlos zusehen, wie diejenigen agieren, die das Völkerrecht missachten und den Einsatz von Gewalt zur Normalität machen«, erklärte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez in seiner Eröffnungsrede. Zum Abschluss des Treffens rief er zum Widerstand gegen diejenigen auf, »die Ungerechtigkeit schüren, die Arbeiter ausbeuten, Andersdenkende kriminalisieren, Rechte zu Waren machen, die Privilegien der Eliten verteidigen sowie Krieg und Gewalt in Gaza, im Westjordanland, in der Ukraine, im Libanon oder im Nahen Osten unterstützen«. Es sei an der Zeit, »nicht nur zu beobachten, sondern zu konzertiertem Handeln überzugehen«, forderte Sánchez.

Neben dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva und dessen Amtskollegen Cyril Ramaphosa (Südafrika), Catherine Connolly (Irland), Gustavo Petro (Kolumbien), Claudia Sheinbaum (Mexiko) war auch (kein verspäteter Aprilscherz) der deutsche Vizekanzler und SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil in Begleitung einer SPD-Delegation nach Barcelona gereist, der auch Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan angehörte. »Die Weltordnung befindet sich im Umbruch. Immer häufiger gilt nicht mehr die Stärke des Rechts, sondern das Recht des Stärkeren. Genau dagegen stellen wir uns«, hatte der SPD-Chef zuvor auf Facebook erklärt.

Der Forderung Claudia Sheinbaums, dass sich die an dem Gipfel in Barcelona teilnehmenden Nationen gegen die von Washington verschärfte Blockade Kubas aussprechen, mochte Klingbeil dann jedoch nicht folgen. Laut dpa verkündete er statt dessen, es gebe Nationen, »um die wir aktiv werben müssen«, um beispielsweise zu verhindern, dass ein bedeutendes Land wie Indien seine Bindung an Russland vertieft. »Ich bin ausdrücklich nicht dafür, uns von den USA abzuwenden, aber wir müssen klar benennen, dass das transatlantische Verhältnis ernsthaft angeschlagen ist«, betonte er.

Während sich der Stellvertreter von Blackrock-Kanzler Friedrich Merz über die Beziehungen der BRD-Regierung zum Trump-Regime sorgte, verabschiedeten die Regierungen Spaniens, Mexikos und Brasiliens in Barcelona eine gemeinsame Erklärung, in der sie die Achtung der »territorialen Integrität Kubas« und des Völkerrechts fordern. Die drei Länder verlangen zudem, dass »Maßnahmen vermieden werden, die die Lebensbedingungen der Bevölkerung verschlechtern oder gegen das Völkerrecht verstoßen«, und sicherten Kuba eine koordinierte Verstärkung ihrer humanitären Hilfe zu. Auch Kolumbiens Präsident Gustavo Petro fand während des Treffens deutliche Worte. Die seit mehr als sechs Jahrzehnten verhängte US-Blockade gegen Kuba bezeichnete er als »Völkermord«, der darauf abziele, »ein Volk zu Tode zu hungern«. Zugleich warnte Petro die US-Regierung vor einer »Rebellion« lateinamerikanischer Staaten, sollte Washington seine Politik gegenüber der Region nicht grundlegend revidieren.

Brasiliens Präsident Lula betonte zwar in einem Interview mit der spanischen Tageszeitung El País, die Konferenz in Barcelona sei kein »Anti-Trump-Treffen«, warnte aber zugleich vor dem Aufstieg eines neuen »Hitler«. Trump sei zu einem Vorbild für Ultrarechte in aller Welt geworden, sagte Lula und fügte hinzu: »Er hat nicht das Recht, morgens aufzustehen und ein Land zu bedrohen.«

Siehe Seite 3

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  • Leserbrief von Christian Helms aus Dresden (21. April 2026 um 10:47 Uhr)
    Wann stellen die Staaten der Welt ihre Partikularinteressen hintenan, um gemeinsam die US-Mächtigen in die Schranken zu weisen, um das Völkerrecht durchzusetzen? Kein Land braucht dann für seine Sicherheit Atomwaffen. So wie der »kleine Raketenmann« in Pjöngjang. Seitdem er die »Bombe« hat, wird er nicht mehr ernsthaft behelligt. Auch dem Iran wäre der gegenwärtige Angriff durch die USA und Israel erspart geblieben. Dass die Mullahs in der »Bombe« deshalb ihre »Lebensversicherung« sehen, ist nachvollziehbar. Doch nicht – wie von Trump und Netanjahu behauptet – um sie gegen Israel oder die USA einzusetzen. Denn angesichts deren atomarer Übermacht wäre es nicht nur das Ende der Mullah-Herrschaft, sondern auch das Ende des Irans als Volk und als Land.
  • Leserbrief von Frank Lukaszewski aus Oberhausen (20. April 2026 um 12:44 Uhr)
    Archäologen erfolgreich: Sozialdemokraten kannten Solidarität! Muss die Geschichte umgeschrieben werden?
  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Andreas E. aus Schönefeld (20. April 2026 um 11:33 Uhr)
    Schon erstaunlich, dass Herr Klingbeil überhaupt in Barcelona war. Der blassrosafarbene Wurmfortsatz der CDU hätte das teure Kerosin sparen sollen. Klingbeil steht eben in der stramm rechten Tradition der SPD von 1918. Hier waren es seine Altvorderen wie Noske, Ebert und Scheidemann, die diejenigen dann ermorden ließen, die progressiv dachten und sich gegen diese »sozialdemokratische« Politik auflehnten – nämlich Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Heute lässt man ein ganzes Volk über die US-amerikanische Klinge springen. Die Gründerväter der SPD, August Bebel und Wilhelm Liebknecht, würden sich im Grabe rumdrehen. Die Frage ist, ob Klingbeil, Pistorius und Co. überhaupt wissen, wo ihre Wurzeln sind bzw. sein sollten … Um so dankbarer muss man den Unterzeichnern sein – eben Ignacio Lula da Silva, Claudia Sheinbaum, Pedro Sanchez und den vielen anderen.
  • Leserbrief von Raimon Brete aus Chemnitz (20. April 2026 um 11:07 Uhr)
    Kuba begleitete mein Leben. Vietnam, Kuba, Chile haben mein politisches Denken, mehr noch mein Empfinden und Handeln nachhaltig geprägt. Für mich waren sie Fanal für Widerstand und gesellschaftlichen Aufbruch in eine menschenwürdige und soziale Gesellschaft. Und es war immer ein Kampf David gegen Goliath, den insbesondere Kuba mit Ausdauer und Erfolg bis heute über Jahrzehnte geführt hat. Sanktionen, Blockaden und Embargos, aber auch der Zerfall des sozialistischen Lagers konnten das tapfere kubanische Volk nicht in die Knie zwingen. Umso mehr sind Solidarität, materielle und moralische Unterstützung gefordert und zugleich Gradmesser für Menschlichkeit und sozialen Fortschritt im Interesse eines ganzen Volkes. Ein wahres Betätigungsfeld für linke und auch sozialdemokratische sowie gewerkschaftliche Parteien, Bewegungen und Vereinigungen. Einem eindeutigen Bekenntnis zur Einhaltung der Unverletzlichkeit kubanischer Interessen kann sich die deutsche Sozialdemokratie wieder einmal nicht anschließen. Dafür plädiert ihr »Verteidigungsminister« auch noch für ein kriegstüchtiges Deutschland. Beschämend! Möge die Initiative und Forderungen von Barcelona beitragen, den Protest wieder machtvoll auf die Straße zu tragen. Raimon Brete, Chemnitz
  • Leserbrief von B.S. aus Ammerland (20. April 2026 um 08:52 Uhr)
    Die Sozialabbaupartei Deutschlands/SPD kann sich dem nicht anschließen, weil ihre Partei stramm nach rechts abgekommen ist bzw. Links blinkt, aber Rechts abbiegt! Und sie ist durch und durch militaristisch strukturiert, oder wer ist Boris Pistorius, der »Germans to the front« schreit! Zudem bezweifle ich, dass irgendjemand in dieser Partei überhaupt noch weiß, wo Kuba liegt. Wer den Netanjahu- und Selenskij-Faschisten huldigt, sollte sich fragen lassen, wie tief dieses Personal und die Partei noch sinken möchte, bevor sie das Politische Aus erreicht.
    • Leserbrief von Onlineabonnent/in Michael M. aus Berlin (20. April 2026 um 19:14 Uhr)
      Die SPD ist nicht abgekommen: Aus dem Leitartikel des sozialdemokratischen »Hamburger Echo«, 14. 7.1917 »Daß die deutsche Sozialdemokratie unbeschadet ihrer demokratischen Grundsätze nicht darauf verpicht ist, aus Deutschland eine Republik zu machen, am allerwenigsten eine bürgerliche Republik nach französisch-amerikanischem Vorbild, ist oft genug gesagt worden. Bleiben der deutsche Kaiser und seine Nachfolger den Grundsätzen treu, die erneut in der Osterbotschaft und im Juli-Erlaß ausgesprochen sind, so wird in den kommenden Zeiten die Monarchie Deutschlands auf den Schultern der Millionen werktätiger Männer, die nun zu voller staatsbürgerlicher Gleichberechtigung gelangen sollen, mindestens ebenso fest und sicher ruhen wie auf den gekrümmten Rücken jener altpreußischen Granden, deren Königstreue jedesmal zu wackeln beginnt, wenn der König nicht ihren Willen tut.« Herr Meier, Arbeiterveteran, Berlin-Prenzlauer Berg

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