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Aus: Ausgabe vom 07.03.2026, Seite 10 / Feuilleton

Die Weise von Leben und Tod des Cornets Christoph Rilke

Mit Rainer Maria Rilke durchs Jahr
Von Stefan Gärtner
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So sanft ist dieser Tod, zartschmelzend unvergleichlich.

Er hat dich in der Hand, es ist nicht umgekehrt.

War größer je ein Reiz? Drum nimm dir bitte reichlich.

Denn unser Leben schmilzt, wie sehr man sich auch wehrt.

*

Sie sagen: Dasein zählt. Als könnten wir d’accord sein,

wenn kein Genuss uns fängt, wie er noch selten war:

Erst einmal kühl; dann süß. Man will gleich mit ihm fort sein,

ein Fallen, das uns hält, unendlich, wunderbar.

*

Unsterblichkeit als Ziel moderner Menschenpläne,

Askese führt zum Glück, das du am Ende hast.

Wo Tod noch hobeln darf, reproduziert er Späne;

wo er das nicht mehr soll, da hobelt dich Bas Kast …

*

Doch gegen jenen Wahn, das Graue müsse dauern,

setzt wahre Lebenskunst finale Süßigkeit:

Wenn zähe Lehre strebt, sich sauer einzumauern,

liegt an der Tanke schon Cornetto Nuss bereit.

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