Schwere Hungerkrise in Somalia
Brüssel. Um den Menschen in Somalia angesichts einer akuten Hungerkrise zu helfen, stellt die EU weitere 63 Millionen Euro bereit. Die humanitären Mittel sollen unter anderem für die Behandlung akuter Unterernährung und das Bereitstellen von Wasser verwendet werden, wie die Kommission am Donnerstag mitteilte. Insgesamt habe die EU damit für Somalia seit 2017 humanitäre Hilfe in Höhe von mehr als 750 Millionen Euro geleistet.
Ganze 6,5 Millionen Menschen in dem Land am Horn von Afrika leiden Hunger, doppelt so viele wie vor einem Jahr. Das geht aus am Mittwoch vorgelegten Zahlen des IPC (Integrated Food Security Classification) hervor. Die Initiative beobachtet Nahrungskrisen weltweit. Rund 1,8 Millionen somalischer Kinder sind dem Bericht zufolge von akuter Unterernährung bedroht. Somalia hat etwa 19 Millionen Einwohner.
In dem fünfstufigen Alarmsystem der IPC gelten für Somalia die Stufen drei bis vier, die »Krise« beziehungsweise »Notstand« bedeuten. Dabei sind etwa zwei Millionen Somalis von der Stufe vier betroffen. Die fünfte und höchste Stufe steht für eine Hungerkatastrophe. Zu der Verschlechterung der Ernährungslage haben anhaltende Dürre und steigende Lebensmittelpreise beigetragen. Hinzu kommt die Unsicherheit in großen Teilen des Landes, in denen die islamistische Terrormiliz Al-Schabab aktiv ist.
Gleichzeitig gebe es enorme Finanzierungslücken für Nothilfemaßnahmen, warnte der Landesdirektor der Welthungerhilfe für Somalia, Alexander Fenwick. Somalia stehe vor einer sich zuspitzenden Hungerkrise. »Familien stehen vor unmöglichen Entscheidungen: Welches Kind darf etwas zu essen bekommen? Wie weit müssen sie laufen, um Wasser zu finden? Und werden sie den nächsten Tag überhaupt überleben?«
Das Land am Horn von Afrika ist stark von den Folgen des Klimawandels betroffen und hatte erst 2022 eine schwere Dürre erlebt. Nun haben UN-Berichten zufolge bereits mehr als drei Millionen Menschen ihre Dörfer verlassen und sind Binnenflüchtlinge innerhalb des Landes. Die somalische Regierung hatte schon Ende 2025 den Dürrenotstand erklärt. (dpa/jW)
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