Gegründet 1947 Donnerstag, 26. Februar 2026, Nr. 48
Die junge Welt wird von 3063 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 26.02.2026, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Sterbende Welt

Spiel mir das Lied vom Tod | Mi., 1.05 Uhr, Sky Cinema
1_Spiel_mir_das_Lied_vom_Tod.jpg
Frank (Henry Fonda) und »Mundharmonika« (Charles Bronson)

Once upon a time in the West. Der Originaltitel ist mehrsinnig. Einmal nämlich blickt der Western, wenn er auf den Westen blickt, generell ins Vergangene. Zum anderen zählt »Spiel mir das Lied vom Tod« zum Subgenre des Spätwestern. Der wilde Westen, wie er stirbt. Im Spätwestern kommt der Western recht eigentlich zu sich. Vorderhand erzählt Sergio Leone eine Rachestory, am Ende wird klar, was es mit der virtuos eingesetzten Mundharmonika auf sich hat. Dem namenlosen Helden zur Seite stehen die Witwe Jill, dem Helden in Schmerz verbunden, und der Revolvermann Cheyenne, als Comic relief. Was andeutet, dass hier stets beide Seiten ausgespielt werden: Tragik und Humor, Action und Tiefe, Heldentum und Melancholie, Liebe und Einsamkeit. Im Hintergrund dampft die Eisenbahn. Das Indus­triezeitalter rückt heran, die alte Welt schmilzt. Einfach weiter nach Westen ziehen funktioniert nicht mehr. Der Namenlose tut es trotzdem. Jill hofft: Sweetwater wartet auf dich. Der Fremde (im Weggehen): Es wartet immer einer. (fb)

links & bündig gegen rechte Bünde

Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.

Mehr aus: Feuilleton