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Aus: Ausgabe vom 26.02.2026, Seite 14 / Leserbriefe

Aus Leserbriefen an die Redaktion

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»Haltung bewahrt«

Zu jW vom 23.2.: »Der Schalk im Nacken«

Mit Gustav-Adolf Schur verbindet sich nicht nur der Klang großer Rennen wie der Internationalen Friedensfahrt, sondern auch das Bild eines Menschen, der Haltung bewahrt hat – in bewegten Zeiten wie in ruhigen Jahren. Ob als Weltmeister, Olympiamedaillengewinner oder Parlamentarier: Täve blieb stets der Junge aus Heyrothsberge, dem Gemeinschaft mehr bedeutete als persönlicher Ruhm. Seine Lebensleistung erschöpft sich nicht in Titeln, sondern zeigt sich im Vertrauen, das ihm Generationen entgegenbringen. Möge sein unerschütterlicher Optimismus weiterhin ansteckend wirken – als Erinnerung daran, dass Größe nicht im Rampenlicht entsteht, sondern im Charakter.

Istvan Hidy, Stuttgart

»Begeistert«

Zu jW vom 21./22.2.: »Hauptsache laut«

Diese Filmbesprechung ist völlig oberflächlich. Ich habe »Staatsschutz« gerade gesehen und war – wie das Publikum überhaupt – begeistert. Es kann überhaupt nicht davon die Rede sein, dass der Regisseur nur eine spannende Krimihandlung auf die Leinwand projizieren wollte. Er hat monatelang die Verhältnisse vor Ort recherchiert, und ihm ist eine absolut realitätstüchtige Darstellung sowohl der Naziakteure wie auch der Funktionsträger in Polizeigewalt und Justiz und deren Beziehungen zur rechten Szene gelungen.

Jochen Gester, Berlin

Tumb und öde

Zu jW vom 23.2.: »Gegen Westdominanz«

Ich hatte einige Hoffnung in die neue Berliner Zeitung gesetzt, mein Abo aber schon wieder länger hinter mir. Das (Mit-)Surfen auf tumben Empörungswellen, das öde Herumrühren in Symptomatik und die Fortsetzung der gescheiterten ultraliberalen Linie mit anderen Mitteln bei völlig unklarer Standortbestimmung sind mir einfach zuwenig. Unter den Blinden ist der Einäugige König. Das ehemalige Staatsgebiet der DDR ist von einer zweiten katastrophalen Entindustrialisierungswelle betroffen, und kaum einen stört’s: die Werften in Wismar und Rostock, der Waggonbau in Görlitz, das Fleischkombinat in Eberswalde, PCK Schwedt, Leuna, Piesteritz usw. Produktive Bereiche werden durch konsumtive Rüstungsherstellung abgelöst. Dümmer und gefährlicher als Ausfluss westdeutscher Blödheit und Selbstreferentialität geht’s nicht.

André Möller, Berlin

Wetzstein III

Zu jW vom 19.2.: »Aus Leserbriefen an die Redaktion«

Bezogen auf den Leserbrief »Wetzstein II«: Das von Bernd Vogel kritisch Angemerkte bezieht sich wohl vor allem auf die Einschätzung Chinas und Russlands. Das sollte auch gesagt werden. Die Einschätzungen dieser beiden Länder und der BRICS-Gruppe, die sie anführen, führen auch oder gerade in der DKP zu Meinungsverschiedenheiten, ja sogar zu offenem Streit. Dabei kommt man ohne Marx’ »Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte« nicht aus! Wer hat in wessen Klassen- bzw. sozialem Interesse die Zügel, jetzt muss man wohl fast sagen »den Joystick« des Staates in der Hand? Wie sehr kann er sich gegenüber der Basis verselbständigen, wenn »die Umstände«, also die Herrschaftsansprüche der alten imperialistischen Mächte, es erzwingen? Wieweit nicht? The proof of the pudding is eating – das Schwierige an Prognosen ist, dass es dabei um die Zukunft geht.

Volker Wirth, Berlin

»Einzigartige Begegnungsstätte«

Zu jW vom 19.2.: »Was macht den Club historisch so einzigartig?«

Der Club Voltaire war eine einzigartige Begegnungsstätte, wo Künstler und Kulturschaffende der DDR im Westen auf Interessierte trafen. Das alles im finstersten Kalten Krieg, wo offizielle Begegnungen zwischen den beiden deutschen Staaten lange Zeit gar nicht stattfanden. Er bildete die Grundlage für eine deutsch-deutsche Annäherung zu einer Zeit, als davon noch niemand sprach. Auch nach 1990 leistete der Club seinen Beitrag zur Verständigung von Ost und West. Er muss unbedingt erhalten werden.

Ralph Dobrawa, Gotha

Wut im Bauch

Zu jW vom 20.2.: »Nord-Stream-Sage wird weitergesponnen«

Danke, Philip Tassev, für diesen Artikel, der einige der neuesten Darstellungen dieses Sprengungsvorgangs hinterfragt. Was mich betrifft, so bin ich sauer, regelrecht wütend, dass mich die Herrschenden für so kreuzdämlich halten und es wagen, mir immer weitere hanebüchene Geschichten aufzutischen, um »Gottes eigenes Land« vor jedem Verdacht der Schuld an der Sprengung zu bewahren! Ich weiß auch, es kümmert niemanden, ob die Mattnerin sauer ist oder nicht; das hat sie umsonst, und sie spricht hier auch nur für sich selbst. Wenn viele das glauben, was man ihnen da einreden will, ihre Köpfe nicht zum Selberdenken nutzen, dann ist es eben so. Aber vielleicht gibt es noch Hoffnung, vielleicht finden sich doch einige Menschen im Lande, die genauso wütend darüber sind, derart für dumm verkauft zu werden.

Margitta Mattner, per E-Mail

Das ehemalige Staatsgebiet der DDR ist von einer zweiten katastrophalen Entindustrialisierungswelle betroffen, und kaum einen stört’s: die Werften in Wismar und Rostock, der Waggonbau in Görlitz, das Fleischkombinat in Eberswalde, PCK Schwedt, Leuna, Piesteritz usw.

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