Berlinale weist nach Kritik Zensurvorwürfe zurück
Berlin. Als Reaktion auf einen offenen Brief mehrerer prominenter Filmschaffender zum Umgang des Filmfestivals mit dem Nahostkonflikt hat Berlinale-Chefin Tricia Tuttle Zensurvorwürfe zurückgewiesen. Es stimme nicht, dass sie Filmemacher »zum Schweigen gebracht« oder »eingeschüchtert« hätten, sagte Tuttle am Mittwoch gegenüber dpa. Sie sei von dem Brief überrascht worden und es sei »unglaublich hart« gewesen, ihn zu lesen. Einige der Unterzeichner kenne sie und sie habe sich gewünscht, dass sie sie zuerst kontaktiert hätten.
Das Branchenblatt Variety hatte zuvor einen offenen Brief Dutzender Filmschaffender veröffentlicht, in dem Künstler wie Tilda Swinton der Berlinale eine ausbleibende Positionierung im Gaza-Krieg vorgeworfen hatten. Sie seien entsetzt über das »institutionelle Schweigen der Berlinale zum Völkermord an den Palästinensern«.
Die Unterzeichner des Briefs hatten auch Jurypräsident Wim Wenders kritisiert, der bei einer Pressekonferenz zur Positionierung im Nahostkonflikt befragt worden war. Der Regisseur, der 2024 noch erklärt hatte, die Berlinale sei »das politischste der großen Filmfestivals«, hatte nun gesagt, man könne sich nicht auf das Feld der Politik begeben. Filmschaffende müssten sich aus der Politik heraushalten, sie seien ein Gegengewicht zur Politik. (dpa/jW)
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