Kamikazedrohnen: Pistorius hat Bedenken wegen Peter Thiel
Calw. Boris Pistorius gibt sich skeptisch. Der Verteidigungsminister teilt vor einer Entscheidung über den Kauf sogenannter Kamikazedrohnen für die Bundeswehr »ausdrücklich« Bedenken gegen den US-Investor und Multimilliardär Peter Thiel. Denn offen sei, welchen Einfluss Thiel auf den Drohnenhersteller Stark Defence habe, machte der SPD-Politiker bei einem Besuch in der Graf-Zeppelin-Kaserne in Calw deutlich. Er besuchte dort die Sondereinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr, die selbst immer wieder durch Vorfälle der Verherrlichung von Nazismus in die Schlagzeilen gerät.
»Also wenn er Einfluss auf das operative Geschäft hat, Sperrminoritäten hat, in welcher Form auch immer, dann reden wir über eine andere Qualität, als wenn er im beispielsweise einstelligen Prozentbereich quasi Teilhaber ist, aber keinen Einfluss auf das operative Geschäft hat«, sagte Pistorius auf eine Frage zu Thiel. Pistorius kündigte auch an, dem Verteidigungsausschuss würden bei einer Sitzung in der kommenden Woche Fragen zur Preisgestaltung der Anbieter beantwortet. Es gehe um neue Modelle von Verträgen.
Die Bundeswehr testet Kamikazedrohnen – fachlich als »Loiterung Munition« bezeichnet – der Hersteller Stark Defence und Helsing. Als »Loitering Munition« – etwa »lauernde Munition« – werden Drohnen mit einem Sprengkopf bezeichnet, die längere Zeit über einem Zielgebiet kreisen können, bis ihnen per Datenlink ein Ziel zugewiesen und das Angriffskommando gegeben wird. Aus dem Verteidigungsausschuss gibt es Bedenken gegen einen Einfluss Thiels, der Anteile im einstelligen Prozentbereich an Stark Defence hält. Der Multimilliardär ist bekannt für seine antidemokratischen, strammrechten und christlich-fundamentalistischen Positionen – sowie seine Nähe zu US-Präsident Donald Trump. Auch zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatte Thiel Kontakt. Erst seit kurzer Zeit strebt die Bundeswehr die Nutzung bewaffneter Drohnen an. (dpa/jW)
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