Nachschlag: Ramstein und Rammstein
Für friedensbewegte Kriegstreiber hält sich Deutschland eine Partei. Ob auch eine Band, ist unklar. Die Grünen fielen als Pazifisten von der einen Seite des Pferdes; seit Serbien sterbien musste, tun sie’s als Bellizisten, die die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln zum Alleinrecht des Westens erklären, von der anderen Seite. Kanonenfieber derweil haben Lieder im Repertoire, die den Krieg ächten (»Grabenlieder«), und welche, die die Moral der Truppe heben (»Waffenbrüder«). Das Bamberger Metalprojekt, das sich monothematisch des Ersten Weltkriegs annimmt, folgt der Devise: Krieg ist Geißel der Menschheit. Entsprechend folgt auf das Album »Die Urkatastrophe« nun »Soldatenschicksale«. Im Song »Heizer Tenner« »verreckt« der Kreuzer »Wiesbaden« und in seinem Bauch die Mannschaft. Apropos: Wie so manche, wird auch Kanonenfieber nach Anheuern bei Century Media Records als Massensegment verheizt. Die Rammsteinisierung hört man »Heizer Tenner« an: »A-hu!« (km)
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