Westsahara: US-Senator gegen Polisario-Front
Von Ben FranckeIn der am Mittwoch erschienenen jüngsten Folge seines Podcasts »Verdict« bezeichnet der rechte texanische Senator Ted Cruz die Westsahara-Befreiungsfront Polisario als »Terrororganisation«. Dabei ignoriert der Republikaner, dass die UNO die Polisario als legitime Vertretung des sahrauischen Volkes anerkennt und diese noch nie zum Mittel des Terrors gegriffen hat. Cruz vergleicht sie mit den Ansarollah (»Huthi«) im Jemen und bezeichnet sie als »Handlanger« Irans und Verbündete der Hisbollah.
Beweise dafür blieb Cruz schuldig. Zudem räumt er in dem Podcast ein, dass er bis vor kurzem noch nichts von der Existenz der Polisario wusste. Dies habe sich erst mit seiner Übernahme des Vorsitzes des Afrikaausschusses des US-Parlaments geändert. Dadurch sei er »tief eingetaucht« in die Politik des afrikanischen Kontinents. Diesen beschreibt er als »Hauptschlachtfeld« der Auseinandersetzung zwischen den USA, China und Russland. Die Unabhängigkeitsbewegung der Westsahara erklärt er zum »Feind der USA«.
Ähnliche Vorwürfe hatte vergangenes Jahr Cruz’ Parteifreund Joe Wilson geäußert. Der Repräsentant der Polisario bei der UNO, Sidi Omar, wies die immer wieder aufkommenden Anschuldigungen gegenüber jW im Mai zurück. Sie seien »Teil einer gezielten Kampagne Marokkos«, erklärte er. Ziel sei, mittels einer Listung der Polisario-Front als »ausländische Terrororganisation« das sahrauische Streben nach Unabhängigkeit zu delegitimieren. Dafür hat Marokko laut der Infoseite Africa Report zu Beginn der zweiten Amtszeit Trumps eine neue Public-Relations-Firma engagiert.
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