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Aus: Ausgabe vom 06.02.2026, Seite 3 / Abgeschrieben

Initiative Havanna: »Trump will, dass Kuba kollabiert. Wir wollen, dass Kuba lebt!«

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Wandmalerei in Havanna (26.1.2026)

Unter dem Motto »Trump will, dass Kuba kollabiert. Wir wollen, dass Kuba lebt!« ruft die Initiative Havanna aus Kuba auf Change.org zur Solidarität auf:

Lasst uns der Insel helfen, die erpresserische und völkerrechtswidrige Politik von Trump, Rubio und Co. zu stoppen!!

Wie befürchtet gerät nun, wenige Wochen nach dem Angriff der USA auf Venezuela, Kuba ins Visier der US-Regierung. Donald Trump hat letzten Donnerstag die Karibikinsel zur »Bedrohung für die nationale Sicherheit« der USA erklärt und eine Exekutivanordnung unterzeichnet, die künftig alle Staaten, die direkt oder indirekt Öl nach Kuba liefern, mit hohen Strafzöllen belegt. Nach der erzwungenen Einstellung der Öllieferungen aus Venezuela ist dies nun der nächste Schritt, um die kubanische Wirtschaft vollkommen zum Erliegen zu bringen und damit den von den USA seit 67 Jahren ersehnten Regimewechsel mit Gewalt durchzusetzen. Donald Trump sagte vor Journalisten in Washington wörtlich: »Kuba wird nicht überleben.«

Die humanitäre Lage ist mittlerweile ohnehin mehr als kritisch. Fehlende Medikamente, mangelnde Versorgung mit Nahrungsmitteln, tägliche stundenlange Stromausfälle, Ausbreitung von gefährlichen, mückenübertragenen Krankheiten wie Chikungunya oder Dengue, fehlendes Fachpersonal in Bildung und Gesundheit etc. machen das Leben auf der Insel ohnehin für einen Großteil der Bevölkerung unerträglich. Kubas Ölversorgung steht, trotz limitierter Eigenproduktion und wachsender Solarstromerzeugung, laut einem Bericht der Financial Times kurz vor dem Kollaps. Auch sind unter diesen Bedingungen kaum noch Einnahmen aus dem Tourismus vorstellbar, einem der wenigen verbliebenen Wirtschaftszweige der Insel. Die Resilienz und der Mut der Kubanerinnen und Kubaner, die inmitten dieser katastrophalen Lage täglich Wege finden, weiterzumachen, sind bewundernswert und verdienen größten Respekt. (…)

Die Deutschland-Vertretung der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien wies am Mittwoch auf die andauernde Belagerung der syrisch-kurdischen Stadt Kobani durch Milizen der syrischen Übergangsregierung hin:

Die Belagerung der syrisch-kurdischen Stadt Kobani durch Milizen der Übergangsregierung ist nach wie vor nicht aufgehoben. Trotz vereinzelter Berichte über vereinbarte humanitäre Korridore und Waffenruhen hat sich die Lage vor Ort nicht grundlegend verbessert. Die Stadt ist weiterhin weitgehend abgeschnitten, mit blockierten Straßen und eingeschränktem Zugang für Hilfslieferungen. Seit fast 20 Tagen sind große Teile der Stadt – darunter zahlreiche Binnenvertriebene – ohne Wasser, Strom und Internet. Die Versorgung mit grundlegenden Gütern bleibt unzureichend, und Hilfsorganisationen können nur begrenzt Unterstützung leisten. Die Unterbrechung von Wasser- und Stromversorgung verschärft die humanitäre Notlage erheblich. (…)

»Die internationale Gemeinschaft und humanitäre Akteure dürfen nicht länger wegsehen. Sie müssen unverzüglich den humanitären Zugang nach Kobani durchsetzen und die vollständige Aufhebung der Belagerung verlangen, um weiteres Leid der Zivilbevölkerung zu verhindern«, erklärte Khaled Davrisch, Repräsentant von Nord- und Ostsyrien in Deutschland.

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