Gaza: Leichnam von letzter Geisel in Israel
Tel Aviv. Alle von palästinensischer Seite entführten Geiseln sind zurück in Israel: Die Leiche des Polizisten Ran Gvili sei identifiziert und nach Israel gebracht worden, teilte die Armee mit. Das Militär hatte zuvor auf einem Friedhof im Gazastreifen nach dem letzten toten Gefangenen gesucht. Die Hamas hatte eigenen Angaben zufolge den Vermittlern des Gaza-Abkommens alle zur Auffindung der Leiche nötigen Informationen übermittelt.
Mehrere Medien meldeten, israelische Einsatzkräfte hätten seit dem Wochenende die sterblichen Überreste von rund 250 Menschen auf dem Friedhof untersucht. Vor wenigen Stunden sei Gvilis Leiche anhand ihrer Zahnstruktur erkannt worden, berichtete die Times of Israel. Danach seien weitere Tests durchgeführt worden, um seine Identität zu bestätigen. Alle anderen Leichen würden zurück in ihre Gräber gebracht, der Friedhof gereinigt, hieß es weiter in dem Bericht.
Sobald Israel im Gegenzug die Leichen von 15 Palästinensern übergeben hat, sind die Voraussetzungen zum Eintritt in die zweite Phase des von den USA vorangetriebenen Gaza-»Friedensplans« offiziell erfüllt. Diese sieht nun die Entwaffnung der Hamas vor, was diese ablehnt. Der Hamas-Offizielle Chalid Maschal erklärte Mitte Dezember in einem Interview: »Die Idee einer vollständigen Entwaffnung ist für den Widerstand (Hamas) inakzeptabel. Was vorgeschlagen wird, ist ein Einfrieren oder eine Einlagerung (von Waffen) ..., um Garantien gegen eine militärische Eskalation aus Gaza mit der israelischen Besatzung zu bieten.«
In einem ersten Schritt trat im Rahmen des US-Friedensplans am 10. Oktober 2025 eine »Waffenruhe« zwischen Israel und der Hamas in Kraft, die täglich von israelischer Seite gebrochen wird. Mehr als 480 Menschen wurden wurden seither getötet. Zudem wurde die letzten 20 noch lebenden, aus Israel entführten Gefangenen freigelassen. Im Gegenzug dafür entließ Israel knapp 2.000 palästinensische Häftlinge aus Gefängnissen. Die Hamas übergab zudem die letzten 28 Geiselleichen. Israel übergab für jede tote Geisel die sterblichen Überreste 15 verstorbener Bewohner Gazas, insgesamt bislang 360. Die genauen Todesumstände der Palästinenser sind nicht bekannt. (dpa/jW)
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Ausland
-
Ohne Kommentar
vom 27.01.2026 -
Teheran gut vorbereitet
vom 27.01.2026 -
Rechte übernimmt in Honduras
vom 27.01.2026 -
Chinas Führung entmachtet Generäle
vom 27.01.2026 -
Keine Aufklärung erwünscht
vom 27.01.2026 -
Trump rechtfertigt Todesschüsse
vom 27.01.2026 -
Myanmars Junta hat wählen lassen
vom 27.01.2026