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Aus: Ausgabe vom 02.02.2026, Seite 15 / Politisches Buch
Politische Zeitschriften

Neu erschienen

RLS-Schriftenreihe

In der Schriftenreihe der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen ist in zweiter, erweiterter Auflage eine Broschüre erschienen, die an die Kämpfe erinnert, die im Zuge der Abwehr des Kapp-Lüttwitz-Putsches im März 1920 in Thüringen stattfanden. Insbesondere erinnert der Verfasser Markus Zieger an das Schicksal der drei Erfurter Arbeiter Willi von der Weth, Arthur Walther und Franz Weibezahl, die bei den schweren Kämpfen in Gotha getötet wurden. Zieger traf 2021 bei einer Gedenkveranstaltung auf Nachfahren von Willi von der Weth, die bis heute Jahr für Jahr an ihn erinnern. Das nahm er zum Anlass, zu den Hintergründen zu recherchieren. Er schreibe dabei »nicht als Historiker, sondern als jemand, der Verantwortung für lokale Erinnerungskultur empfindet«. Zieger beleuchtet die politische Polarisierung in Erfurt, die paramilitärischen Organisationen und rechten Netzwerke, die linke Gegenmobilisierung und die Eskalation der Auseinandersetzung in den Märztagen. Er geht auch auf die frühe und die spätere Erinnerungskultur ein. Die Beisetzung der drei Arbeiter am 31. März 1920 wurde getragen von »USPD, KPD, FAUD, dem Gewerkschaftskartell« und dem Internationalen Bund der Kriegsbeschädigten. »Die SPD nahm nicht teil«, stellt der Autor fest. In der DDR wurden die 1941 geräumten Gräber von Arthur Walther und Franz Weibezahl auf dem Erfurter Hauptfriedhof 1961 rekonstruiert, das von Willi von der Weth ist bis heute im Originalzustand erhalten. (jW)

Markus Zieger: Zum Gedenken an Willi, Arthur und Franz. Drei Märzkämpfer aus Erfurt. Selbstverlag, Erfurt 2025 (2. überarbeitete Auflage), 28 Seiten, Bezug: Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen e. V., Futterstraße 20, 99084 Erfurt, Telefon: 0361/5504115, kostenlos als PDF-Download über www.th.rosalux.de/texte-und-publikationen

Sozialismus

Im Februarheft der Zeitschrift Sozialismus fragt Florian Weis vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in Großbritannien, ob das »Ende des Konservatismus« gekommen ist. Bernhard Sander blickt voraus auf die im März anstehenden Kommunalwahlen in Frankreich. Ulrike Eifler und Mark Ellermann plädieren »für eine internationalistische Haltung unserer Gewerkschaften«. (jW)

Sozialismus, Jg. 53, Nr. 2, 69 Seiten, 9 Euro, Bezug: Sost e. V. (Redaktion ­Sozial­is­mus), St. Georgs Kirchhof 6, 20099 Hamburg, E-Mail:­ abo@­sozialismus.de

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