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22.01.2026, 18:45:26 / Ausland

US-Gerichtsmedizin: Tod von Kubaner in ICE-Haft war Tötung

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Washington. Der Tod eines Kubaners in einer Haftanstalt der US-Einwanderungsbehörde (ICE) wird laut einem von Medien zitierten gerichtsmedizinischem Befund als Tötung eingestuft. Der 55 Jahre alte Mann sei aufgrund von Druck auf Hals und Oberkörper erstickt, berichteten US-Medien am Mittwoch (Ortszeit) übereinstimmend unter Berufung auf den Bericht der Gerichtsmedizin El Paso im US-Bundesstaat Texas. Die rechtsmedizinischen Ergebnisse stehen damit im Widerspruch zu Aussagen von ICE, wonach der 55jährige durch Suizid gestorben sein soll.

Vergangene Woche hatte die Washington Post unter Berufung auf einen Mitinsassen berichtet, dass Wachbeamte den 55jährigen gewürgt haben sollen. Der Zeuge habe auch gehört, wie der Mann wiederholt gesagt haben soll, dass er nicht atmen könne, berichtet die Zeitung. Medizinisches Personal habe eine Stunde lang versucht, den Kubaner wiederzubeleben; danach sei sein Leichnam weggebracht worden.

Tricia McLaughlin hingegen, die stellvertretende Ministerin im US-Heimatschutzministerium, hatte daraufhin in einer Stellungnahme erklärt, der Mann habe versucht, sich das Leben zu nehmen, und die Wachbeamten hätten versucht, ihn zu retten. Der Kubaner habe Widerstand geleistet und während des Gerangels aufgehört zu atmen und das Bewusstsein verloren, so McLaughlin laut Washington Post.

Der vierfache Vater war im Juli 2025 im Bundesstaat New York festgenommen worden und seit September in der Abschiebeanstalt Camp East Montana inhaftiert. Laut der ICE-Behörde war der Mann mehrfach vorbestraft und sollte deshalb ausgewiesen werden. Camp East Montana auf dem Militärgelände Fort Bliss nahe der Stadt El Paso in Texas ist die größte Haftanstalt für Migranten in den USA. In dem Zeltlager an der Grenze zu Mexiko können bis zu 5.000 Menschen bis zu ihrer Abschiebung inhaftiert werden. Die Abschiebungen und Razzien sind Teil der verschärften Migrationspolitik der Trump-Regierung. In den vergangenen Monaten sind mehrere Inhaftierte in ICE-Haft gestorben, in einigen Fällen werden die Todesfälle gerichtsmedizinisch untersucht. (dpa/jW)

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