Israel bricht Waffenruhe in Libanon und Gaza
Kairo. Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben erneut Angriffe auf Ziele im Libanon eingeleitet. Die Ziele seien Stellungen der Hisbollah und der Hamas, teilte die Armee am Montag mit. Zuvor hatte sie die Evakuierung von vier Dörfern im Osten und Süden des Nachbarlandes angeordnet. Einem Militärsprecher zufolge richteten sich die Angriffe gegen die militärische Infrastruktur der Hisbollah und der Hamas in Hammara und Ain Al-Tina im östlichen Bekaa-Tal sowie in Kfar Hatta und Aanan im Süden. Überprüfbar sind die Angaben nicht.
Israel und der Libanon hatten sich 2024 auf einen von den USA vermittelten Waffenstillstand geeinigt. Damit endeten mehr als ein Jahr andauernde Kämpfe. Seitdem bricht Israel allerdings die Waffenruhe regelmäßig. Zur Begründung wird angegeben, dass die Gegenseite gegen die getroffene Vereinbarung verstoßen habe, indem die Hisbollah immer noch nicht entwaffnet und nach wie vor im Süden des Landes präsent sei. Das ist allerdings nicht erstaunlich, schließlich handelt es sich bei der Hisbollah um eine libanesische Partei, die ihre Massenbasis in der schiitischen Bevölkerung insbesondere Südlibanons hat.
Auch im Gazastreifen verstößt Israel auf täglicher Basis gegen eine im Oktober vereinbarte Feuerpause. Am Montag wurden bei einem israelischen Luftangriff in Khan Junis Mitarbeitern des dortigen Nasser-Krankenhauses zufolge mindestens zwei Palästinenser getötet, darunter ein Mädchen. Das israelische Militär versuchte den Angriff damit zu rechtfertigen, dass er einem Hamas-Kämpfer gegolten habe, der angeblich einen Anschlag auf israelische Truppen geplant habe. (Reuters/jW)
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Ausland
-
Neue Weltordnung der Rechtlosigkeit
vom 06.01.2026 -
Schwierige Deeskalation in Syrien
vom 06.01.2026 -
Abschied von einem Kämpfer und Gelehrten
vom 06.01.2026 -
Auf engstem Raum
vom 06.01.2026 -
USA wollen alleinige Macht
vom 06.01.2026