Tod vorgetäuscht: Ukraine lässt Neonazi wiederauferstehen
Kiew. Die ukrainischen Behörden haben nach eigenen Angaben den Tod eines neonazistischen Milizenchefs vorgetäuscht, um ihn vor einem Mordanschlag durch russische Spezialkräfte zu schützen. Noch am vergangenen Sonnabend hatte das Russischen Freiwilligenkorps, das Angriffe von der Ukraine aus auf russischem Territorium ausgeführt hat, den Tod seines Anführers Denis Kapustin mit dem Kampfnamen »White Rex« bekanntgegeben – am Donnerstag war Kapustin dann aber per Videoschalte während eines Briefings des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR zu sehen.
HUR-Chef Kyrylo Budanow beglückwünschte Kapustin dabei zu seiner »Rückkehr ins Leben«. Der Militärgeheimdienst teilte in einer schriftlichen Erklärung mit, dass russische Spezialkräfte die Ermordung Kapustins angeordnet hätten. Durch eine »umfassende Spezialoperation« sei es daraufhin gelungen, dessen Leben zu retten und die Beteiligten an dem Attentatsplan zu identifizieren. Kapustin habe inzwischen seine Bereitschaft bekundet, weiterhin Kampfeinsätze und »Spezialaufgaben« auszuführen.
Die russischen Sicherheitsbehörden haben Kapustin – der auch als Denis Nikitin bekannt ist – als Terroristen eingestuft. Der Anführer des »Russischen Freiwilligenkorps« ist eine bekannte Figur in der Hooligan- und extrem rechten Szene. Der gebürtige Russe hatte seinen Wohnsitz nach Angaben des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes fast 20 Jahre lang in Nordrhein-Westfalen, bevor seine Aufenthaltserlaubnis 2019 erlosch. Demnach lebt er seit 2019 in der Ukraine.
Im Februar 2022 habe Kapustin auf seinem Kanal im Onlinedienst Telegram auf Deutsch und Englisch dazu aufgefordert, in die Ukraine zu kommen, um an der Seite Kiews gegen die russischen Truppen zu kämpfen, hieß es im NRW-Verfassungsschutzbericht 2022. Der Gründer der unter Neonazis beliebten Kampfsportmarke »White Rex« war schon in den Jahren zuvor in den Berichten der Behörde mit seinem Label als Organisator von Kampfsportevents aufgetaucht. (AFP/jW)
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