Aus Leserbriefen an die Redaktion
Staatsterrorist Trump
Zu jW vom 5.1.: »Stunde der Wahrheit«
Die westliche Welt zeigt sich in Reaktion auf die verbrecherischen Machenschaften der USA als ein erbärmlicher Jammerhaufen. Was sich dieser Gaunerstaat gegenwärtig in Venezuela erlaubt, ist kaum noch in Worte zu fassen. Ein Staatsterrorist namens Trump, der sich erdreistet, die Souveränität eines Landes zu zerstören, nur weil ihm ein dortiger Präsident im Wege steht, der US-amerikanischen Erdölkonzernen den Weg zu venezolanischen Vorkommen versperrt. Schlimmer noch, ihn und seine Frau in einer geheimen Militäraktion außer Landes zu schaffen, um Maduro in New York unter anderem wegen »Drogenterrorismus« vor Gericht zu bringen und aburteilen zu lassen. Während europäische Staaten offensichtlich Verständnis für diese terroristischen Aktionen ihrer US-amerikanischen Freunde aufzubringen scheinen, gibt es andere Staaten, die diesen militärischen Überfall auf ein souveränes und unabhängiges Land als das bezeichnen, was er ist: blanker Terror. (…)
Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie Berlin reagiert hätte, wenn Herr Putin sich angemaßt hätte, den ukrainischen Präsidenten Selenskij in einer Militäraktion entführen zu lassen und in Moskau vor Gericht wegen Korruption zu stellen. Wie hätte man dann in Berlin wohl die Mäuler aufgerissen? Unsere Welt scheint in doppelbödiger Moral und Verlogenheit zu versinken.
Rudi Eifert, Langenhagen
Ziel vor Augen verloren
Zu jW vom 31.12./1.1.: »›Her mit dem schönen Leben!‹«
Danke für den zutreffenden Artikel von Sophie Voigtmann. Leider hat auch der überwiegende Teil der (radikalen) Linken in der BRD das Ziel, die Ausbeutung von Mensch und Natur, sprich: den Kapitalismus, überwinden zu wollen, aufgegeben. Dabei ist dies die dringende Voraussetzung, wenn wir Menschen auf diesem Planeten überleben wollen.
Joachim Becker, Eilenburg
Weder Mut noch Wille
Zu jW vom 30.12.: »Patientenfeind des Tages: Ärztelobby«
Wie die Politik, insbesondere die »Regierenden«, schauen auch Interessenverbände bei der Wahrung der sozialen Sicherungssysteme nur auf die Ausgabenseite. Die Lösung liegt aber auf der anderen Seite – den Einnahmen. Verbreiterte Basis der Einzahler (auch Beamte, Freiberufler und auch Abgeordnete) oder gar die Abschaffung des Beamtenstatus wären Optionen. Und man muss nicht weit schauen – in Österreich hat sich schon vor Jahren die Politik selbst dafür ausgesprochen, Einzahlungen zu leisten und das Beamtentum abzuschaffen. Natürlich ein länger laufendes Projekt, aber heute wird die Ernte eingefahren, z. B. durch ein deutlich höheres Rentenniveau. Wozu braucht es im Gesundheitssystem private Kranken- und Pflegekassen und noch fast 100 gesetzliche obendrauf? Wäre dem Markt nicht mit acht bis zehn Kassen gedient, zwischen denen man wählen könnte? Die Liste ließe sich weiter fortsetzen, aber für Änderungen müssten die »Regierenden« nicht nur mal auf Diätenerhöhungen verzichten, sondern sich auch in den Kampf mit Interessenvertretern und Lobbyverbänden begeben. Dazu aber fehlen Mut und vor allem der Wille, da es ja eigene Privilegien kosten würde.
Jürgen Esbold, Berlin
Besser als Ambrosia
Zu jW vom 29.12.: »Wer sogar noch den Würmern schaden will«
Peter Köhler entwickelt sich immer mehr zum besseren Ambrose Bierce. Die zynischen Definitionen für Amnesie oder für die Ehe könnten noch echte Bierce-Erfindungen sein, bei »glauben« (zu Lebzeiten eine Vorleistung erbringen, um den Lohn einzuheimsen, sobald man tot ist) ist’s ein echter Köhler bzw. Bomert. Modern und auch politisch wird’s dann beim »Leichnam« (jemand, der jetzt auch noch den Würmern schaden will) oder bei »Vertrauen« (Vorbereitung auf ein böses Erwachen). Das trifft haargenau Russlands Empfindung nach der NATO-Osterweiterung. Auch Köhlers schon ältere Definition für »Frau« (Zwischenwirt für die nächste Generation) war ein Volltreffer in bezug auf die Leihmutterindustrie in der Ukraine. Sachlich liegt Köhler hier aber falsch, denn die drei Kilo Menschenbaby bei der Geburt sind zu 100 Prozent ein Produkt der Mutter und auch danach noch. Das eine Spermium des Mannes ist in der Massenbilanz vernachlässigbar. Der Fortbestand aller Generationen geht nun mal allein über die Weibchen. Vor vielleicht 10.000 Jahren wussten die Menschen das noch (das schöne Buch »Die Frau als Mensch« liefert Beweise).
Emmo Frey, Dachau
Wirtschaftliche Vernunft – für wen?
Zu jW vom 2.1.: »Der eigene Anteil«
Wenn das BSW nur die »Mittelschicht« kennt, dann ist jedes Klassenverständnis verloren. Was Schichten oder Klassen unter der »Mittelschicht« betrifft, dazu ist nichts zu hören. Es gibt sie nicht, darf es nicht geben. BSW scheint offenbar dem Klassenverständnis abgeschworen zu haben, dem Klassenkampf sowieso. Die Klassenverhältnisse sind damit aber nicht aus der Welt. Sie sind und bleiben existent, auch wenn die ganz unten sich noch nicht wieder zum Kampf um ihre Lebensverhältnisse gefunden und solidarisiert haben.
Sie werden dazu gezwungen sein. Sie werden vermutlich mehrheitlich wieder einmal politisch ausgenutzt werden. Was ist eine Partei wert, die nur eine »Mittelschicht« kennt, die sie nicht einmal klar definieren kann und zu Abgrenzungen von anderen nichts zu sagen hat?
Was ist mit den Schichten ober- und unterhalb der Mittelschicht? Was heißt »schwer arbeitende Mittelschicht«? Geht es nicht mehr klarer und genauer? Warum nicht? Wir kennen doch auch oben und unten Schwerarbeitende, gar nicht Arbeitende und Schwerstarbeitende ganz, ganz unten? Wer von Mittelschicht spricht, der sagt zugleich, was er von wirtschaftlicher Vernunft und sozialer Gerechtigkeit wirklich versteht. Vernunft und Gerechtigkeit für die schwer arbeitende »Mittelschicht«, und das war es.
Roland Winkler, Aue
Wenn das BSW nur die »Mittelschicht« kennt, dann ist jedes Klassenverständnis verloren.
Friedenspropaganda statt Kriegsspielzeug
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