Der eigene Anteil
Nach Ansicht von Thüringens BSW-Kolandeschefin Katja Wolf sollte sich ihre Partei im kommenden Jahr verstärkt inhaltlichen Fragen stellen. »Wir haben unseren Schwerpunkt sehr klar gesetzt auf soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Vernunft. Das muss natürlich noch viel stärker ausdekliniert werden«, sagte Wolf, die seit 2024 in Thüringen Finanzministerin ist, der dpa in Erfurt.
Wolf gilt als führende Figur der auf Regierungsbeteiligungen orientierten Strömung im BSW. Ihr Verhältnis zur Parteigründerin Sahra Wagenknecht und zur Bundespartei ist seit 2024 von Konflikten gekennzeichnet. Beim BSW-Bundesparteitag im Dezember 2025 hat sich die Linie der Bundesspitze weitgehend durchgesetzt.
Bei der Klärung der aufgeworfenen Fragen seien die Fraktionen des BSW gefragt, aber auch die gesamte Partei. »Für uns muss die schwer arbeitende Mittelschicht wieder viel stärker in den Mittelpunkt rücken. Das muss natürlich inhaltlich untersetzt werden. Das beginnt bei der Frage Steuergerechtigkeit und endet bei der Frage gute Bildung für alle«, sagte Wolf. Zudem gelte es, das BSW weiter aufzubauen. Dazu gehöre es aus Sicht des Thüringer Landesverbands, etwa Kreisverbände und Arbeitsgruppen zum Laufen zu bringen. »Je mehr man sich da inhaltlich schärft, um so weniger wird natürlich auch so ein gefühltes Chaos sozusagen im Richtungsstreit entsprechend noch Platz haben«, so Wolf. Sie wünsche sich für 2026, »dass wir mehr miteinander und weniger übereinander reden«. Sie wolle »meinen eigenen Anteil leisten« und hoffe, »dass uns dieselbe Bereitschaft entgegenschlägt«.(dpa/jW)
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Leserbrief von Onlineabonnent/in Manfred Guerth aus Hamburg, Manni Guerth (1. Januar 2026 um 20:44 Uhr)Ach du meine Güte, wie konnte ich als Arbeiter nur glauben, dass BSW eine Arbeiterpartei ist ? (Ironie) Mein Anliegen muss es doch sein, die arme Mittelschicht zu retten - notfalls aus der Rentenkasse oder mit Unterstützung einer neuen Solidaritätsabgabe. (Ironie) Ein Mittelschicht Rettungsfond käme auch in frage, der gleichzeitig die Parteikasse vom BSW mit auffüllen soll. Dafür würde ich als Arbeiter freiwillig unbezahlte Überstunden machen, weil ich es nicht ertragen kann, dass sich die Mittelschicht nicht jährlich einen zweimaligen Urlaub in der Karibik leisten kann. (Ironie) Mal im ernst, für mich als Arbeiter ist BSW keine Partei die ich wählen würde - dass gilt für alle Parteien in Deutschland. Warum? Weil keine Partei eine Politik mit einem politischen Kompass betreibt, der in eine Richtung zeigt, die sich gegen Kapitalismus, Armut, Krieg, Ausbeutung, Finanzamt, Faschismus, Atlantikbrücke, Antirussland und Antichina richtet. Es gibt keine Partei in Deutschland, die als ersten Punkt auf ihrer Tagesordnung, Existenzgerechtigkeit und Grundbedürfnisse der arbeitenden Menschen stehen hat. Außerdem ist hat das existierende politische Parteien System mit Demokratie nix zu tun? Warum. Weil alle Parteipolitiker in erster Linie ihre eigenen Parteiinteressen verfolgen und nicht die Interessen des Volkes. Das betrifft hauptsächlich die Finanzen. Der Staat ist für sie Beute geworden.
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