Peter Sattmann tot
Der Schauspieler Peter Sattmann ist tot. Er starb am ersten Weihnachtsfeiertag kurz vor seinem Geburtstag im Alter von 77 Jahren nach langer Krankheit in seinem Wohnort in Brandenburg. Das bestätigte die Künstleragentur Tom Produkt unter Berufung auf Sattmanns Expartnerin Katja Riemann der dpa.
Sattmann, der im sächsischen Zwickau geboren wurde und später am Bodensee aufwuchs, spielte viele Jahre unter Claus Peymann am Theater in Stuttgart und Bochum. Er wurde zudem bekannt durch die Fernsehserien »Rätsel der Sandbank« und »Der Prins muss her«. Sattmann spielte in vielen TV-Formaten mit, etwa in Inga-Lindström- und Rosamunde-Pilcher-Filmen. Er hatte Gastauftritte in der Serie »Der Alte« und im »Tatort«.
Mit der Schauspielerin Katja Riemann hat Sattmann eine gemeinsame Tochter, zudem hat er zwei weitere Kinder mit unterschiedlichen Frauen. 2019 gewährte Sattmann in seiner Autobiographie Einblicke in sein Leben. Im Alter von vier Jahren erwischte er seinen Vater bei dem Versuch, sich das Leben zu nehmen. Sattmann selbst sagte, er habe immer wieder Suizidgedanken gehabt. »Ich empfinde immer eine Todesnähe. Ich will damit leben, und ich will damit glücklich sterben.«
Zudem haderte er mit dem Älterwerden und dem »Leistungsschwund«, wie er sagte. »Früher hatte ich zwölf Drehbücher pro Jahr auf dem Tisch und habe mir die schönsten vier ausgesucht. Diese Zeit ist vorbei, heute muss man alles mitnehmen«, sagte Sattmann bereits 2011. Gern wäre er häufiger in anspruchsvollen Charakterrollen im Fernsehen zu sehen gewesen, sagte er 2019 dem Spiegel. Er selbst habe den Weg in die Nische der seichten Romanzen gewählt, weil er seine Mutter stolz machen wollte. »Aber wenn Sie einmal in der Herzkinoschublade sind, dann kommen Sie da nicht mehr raus.« (dpa/jW)
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Feuilleton
-
Jahresendhörparade
vom 30.12.2025 -
Nachschlag: Fluchtversuche
vom 30.12.2025 -
Vorschlag
vom 30.12.2025 -
Was Schnitzlers nicht um den Schlaf bringt
vom 30.12.2025 -
Maschinenraum
vom 30.12.2025 -
»Wenn’s knallt, knallt’s – im besten Sinne«
vom 30.12.2025 -
Merry Kwanzaa!
vom 30.12.2025