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Aus: Ausgabe vom 27.12.2025, Seite 15 / Geschichte
Chronik

Anno … 1. Woche

1600, 31. Dezember: Durch einen Freibrief von Königin Elisabeth I. wird die Britische Ostindien-Kompanie gegründet. Die bis 1874 bestehende Kaufmannsgesellschaft für den Handel mit Indien steigt im 18. Jahrhundert zum bestimmenden Machtfaktor in Indien auf und begründet die fast 200jährige britische Kolonialherrschaft über das Land.

1775, 31. Dezember: Britische Truppen besiegen in der Schlacht von Québec die Soldaten der Kontinentalarmee der vereinigten Dreizehn Kolonien und verhindern damit die Eroberung Kanadas im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Die Schlacht ist die erste bedeutende Niederlage für die vereinigten Dreizehn Kolonien im Kampf mit Großbritannien um die Herrschaft auf dem nordamerikanischen Kontinent.

1891, 1. Januar: Auf Grundlage des Helgoland-Sansibar-Vertrages vom 1. Juli 1890, der die Beziehungen zwischen Großbritannien und dem Deutschen Reich in Afrika regelt, wird Deutsch-Ostafrika offiziell zum deutschen »Schutzgebiet« ernannt und damit der deutschen Verwaltung unterstellt. Damit ist das Ziel der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft zur Errichtung einer Kolonie erreicht. Die deutschen »Schutztruppen« begehen später, zwischen 1905 und 1907, bei der Niederschlagung des Maji-Maji-Aufstands schwerste Kriegsverbrechen.

1950, 30. Dezember: In Tel Aviv protestieren mehrere tausend Israelis gegen die Wiederbewaffnung in der BRD. Sprecher der linkssozialistischen Partei Mapam und der Kommunistischen Partei verurteilen die Aufrüstung. Ein Knesset-Abgeordneter betont, die Demonstration erhalte ihre besondere Bedeutung dadurch, dass jeder ihrer Teilnehmer einen oder mehrere Angehörige durch die Judenverfolgung der Nazis verloren habe.

1950, 31. Dezember: In seiner Silvesteransprache stellt Bundespräsident Theodor Heuss die »Hymne an Deutschland« vor, die fortan gesungene deutsche Nationalhymne werden soll. In dem von Hermann Reutter vertonten Gedicht, das der evangelische Kirchenlieddichter Rudolf Alexander Schröder 1950 verfasst hat, heißt es in der ersten Strophe: »Land des Glaubens, deutsches Land, / Land der Väter und der Erben, / Uns im Leben und im Sterben / Haus und Herberg’, Trost und Pfand«. Heuss kann sich mit seinem Vorschlag nicht durchsetzen. Das Lied wird öffentlich als »schwäbisch-protestantischer Nationalchoral« verspottet. 1952 kommen Heuss und Bundeskanzler Konrad Adenauer überein, das »Deutschlandlied« von Heinrich Hoffmann von Fallersleben als Nationalhymne anzuerkennen.

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