Von nun an ging’s bergab
Von Marc Hieronimus
Sechs Comicbände zu großen Filmschaffenden des letzten Jahrhunderts erschienen zuletzt, nämlich über Hildegard Knef, Romy Schneider, Fritz Lang und die drei US-Regisseure Spielberg, Lucas und Scorsese. Außer dem farbenfrohen erstgenannten (Moritz Stetter, Carlsen) stammen alle aus dem Bielefelder Splitter-Verlag. Die Idee, die zwei Bildmedien zu verbinden, ist nicht neu. Fritz Lang hat die Comicleserin schon bei Knesebeck kennenlernen dürfen, die Romy-Schneider-Filme hat Nicolas Mahler nachgezeichnet (btb 2022), und Marlene Dietrich fehlt nur deswegen in der Reihe deutscher Filmdiven, weil ihr schon 2021 zwei Comics gewidmet wurden.
»George Lucas: Episode 2« ist die Fortsetzung von »George Lucas: Der lange Weg zu Star Wars«, zu Spielberg gab es 2010 schon die »Steven Spielberg Story« (T. S. Lee), für 2026 ist »Fame: Steven Spielberg« (David Lee Andrews) angekündigt – und was es bei den Straßenfegern aus Hollywood alles an Comic zum Film zum Buch und umgekehrt gibt, wissen allenfalls die einschlägigen Rechteverwalter.
Gut zwei Dutzend Fachbücher sind in »Martin Scorsese« von Amazing Améziane eingeflossen, der ebenso fleißig bei Tarantino und Spielberg war (Splitter 2024/2026). Es gibt ja auch einiges über den ehemaligen Messdiener zu erzählen: ärmliche Kindheit in New York, fünf Ehen, Körper- und Nervenkrisen, Woodstock, Paris Mai ’68, ein Dutzend Dokus und vor allem 30 Spielfilme, die meisten davon Klassiker: »Taxi Driver«, »Die Farbe des Geldes«, »Die letzte Versuchung Christi«, immer wieder Gangsterfilme …
Dazu quasi im Hintergrund der Aufstieg seiner Generation, der Untergang der United Artists, Kurosawa, Weinstein, das Ende der Studiobauten und der kleinen Kinos. Trotz großzügiger Computerunterstützung beim Nachzeichnen der Promiporträts und Filmstandbilder kommt man da schon mal durcheinander: Wo kam diese Frau noch mal vor und sind sie schon oder noch verheiratet? Ist Steven jetzt Spielberg oder der mit den Drogen? Zwischen welchen Filmen sind wir gerade?
Amazing Améziane: Martin Scorsese. Splitter-Verlag, Bielefeld 2025, 384 Seiten, 49,80 Euro
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Feuilleton
-
Nachschlag: Schlüssel
vom 27.12.2025 -
Vorschlag
vom 27.12.2025 -
Veranstaltungen
vom 27.12.2025 -
Für Frauen, nicht für Mädchen
vom 27.12.2025 -
Widmung
vom 27.12.2025 -
Ginge das?
vom 27.12.2025