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Rosa-Luxemburg-Konferenz

Das Positive sehen

Kopfüber in den Krieg? Lieber mitten hinein in die Debatten!

Von RLK-Vorbereitungskollektiv
Foto: Joshua Regitz/jW
Jede Konferenz ist ein kollektives Erlebnis (Berlin, 11.1.2025)

Gute Nachrichten, Nachrichten, die uns Hoffnung geben, sind selten. Etwa solche, wie die erfolgreiche Verhinderung von Rüstungslieferungen, wie zum Beispiel in Italien. Umso wichtiger, dass es Medien gibt, die sie aufgreifen und verbreiten. So wie die kollektiv betriebenen Medienplattformen Canal Red und Diario Red, die von Pablo Iglesias mitgegründet worden sind. Der Podemos-Politiker kritisiert die neoliberale EU-Politik und beschäftigt sich seit einiger Zeit verstärkt mit der Rolle europäischer Regierungen in den geopolitischen Machtverschiebungen – und sieht einen »historischen Autoritarismus« zurückkehren. Iglesias spricht auf der kommenden Rosa-Luxemburg-Konferenz. Doch nicht nur er.

Am 10. Januar 2026 werden sich, erneut in den Wilhelm-Studios in Berlin-Wilhelmsruh, die Türen zur 31. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz öffnen. Das Programm wird diesen Funken des Widerstands und der Aufklärung nachspüren. Seit nun über drei Jahrzehnten kommen auf der Konferenz internationale Stimmen zu Wort, die dem imperialistischen Mainstream widersprechen – analytisch, streitbar, solidarisch. Während Redaktion und Vorbereitungskollektiv am Ablauf feilen, steht fest: Die Debatten, die Referate beleuchten aktuelle internationale Konflikte.

Wie immer dabei: Mumia Abu-Jamal, in seiner Reisefreiheit durch Gefängnismauern eingeschränkt, wird per Grußbotschaft vertreten sein. Seit über 44 Jahren inhaftiert, steht er wie kaum ein anderer für Widerstand gegen staatliche Gewalt und Klassenjustiz. Seine Beiträge sind politische Interventionen, in denen er die internationale Linke dazu aufruft, »nicht zu warten, bis Unterdrückung zur Routine wird«. Ebenfalls aus der Höhle des Löwen besucht uns Robert Saleem Holbrook, ehemaliger politischer Gefangener, heute Direktor des Pennsylvania Abolitionist Law Center. Er liefert die historische und organisatorische Perspektive antirassistischer US-Bewegungen und beleuchtet die zunehmend heftigere Spaltung der US-amerikanischen Gesellschaft. Einen eigenständigen Akzent setzt die italienische Gewerkschafterin Cinzia Della Porta. Sie zeigt, wie Regierungen die aktuelle Aufrüstung nutzen, um soziale Kürzungen zu legitimieren, aber auch, wie durch klassenbewussten gewerkschaftlichen Widerstand Lieferketten der globalisierten Rüstungsmaschinerie gestört werden können.

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Doch auch über die Schattenseiten müssen wir informieren: Die UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese, dieses Jahr bereits zweimal in den Räumen der jungen Welt zu Gast, wird auf der Konferenz am 10. Januar zur Lage der Menschen in Palästina angesichts eines fortdauernden Genozids sprechen. Mit Jörg Goldberg kommt schließlich ein in der jW-Leserschaft gut bekannter marxistischer Ökonom auf die Bühne, der zur Krise des westlichen Kapitalismus sprechen wird und seinen Fokus auf deren Folgen in der BRD legt. Ein vielfältiges Kulturprogramm ergänzt Vorträge und Podiumsdiskussionen: Andreas Rebers und Band singen Degenhardt, Lamis Ammar aus Palästina präsentiert sein Programm; selbst ein wenig Punkrock ist dabei.

Klar ist schon jetzt: Die Konferenz 2026 wird keine Sammlungsveranstaltung aller diversen »Meinungsspektren«, sondern ein Ort der Positionierung – gegen Militarisierung, gegen ökonomische Kriegspolitik und gegen jene mediale Gleichschaltung, die Kritik pauschal zur Gefahr erklärt.

Tickets sind bereits erhältlich – online über jungewelt.de/rlk sowie im jW-Laden in Berlin. Es ist durchaus sinnvoll, bereits jetzt eine Reise nach Berlin zu buchen, denn noch sind Bahntickets und Hotelzimmer günstiger zu haben. Generell aber gilt: Die Konferenz lebt von ihren Besucherinnen und Besuchern, von der Stimmung im Saal – solidarisch, kämpferisch und internationalistisch. Das muss man mal mitbekommen haben, um zu wissen: Wir sind nicht allein. Kommen Sie zur Konferenz und werden Sie Teil des Kollektivs!

Eine Aufstellung des Programms und die Möglichkeit, Karten zu bestellen, finden Sie unter: jungewelt.de/rlk

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Erschienen in der Ausgabe vom 06.12.2025, Seite 16, Aktion

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