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So knapp läuft die Chose

Von Gabriele Damtew
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Nach dem Sieg gegen Alemannia Aachen: Ärmchen hoch, ihr Duisburger (29.11.2025)

Zwei Teams in der dritten Fußballiga liefern sich in der kalten Jahreszeit einen heißen Kampf um die Tabellenführung. Recht unerwartet hält der MSV Duisburg als Aufsteiger aus der Regionalliga West viele Spieltage das Heft der Führung in der Hand. Dagegen mischte Vorjahresaufsteiger Cottbus schon letzte Saison die Liga auf und lange ganz oben mit, bevor der Energie drei Spieltage vor Ende die Luft ausging und nur der vierte Platz blieb. Diese Saison hatte es das Team von »Pele« Wollitz schwer, in Tritt zu kommen. Eichhörnchenhaft wurden dennoch stetig Punkte gesammelt. Bis an die Spitze heran. Derzeit tauscht man – mal gern, mal ungern – den Spitzenplatz mit den Duisburgern. So auch am Sonntag. Überraschend kam der Tabellenerste Duisburg bei der aus mehreren Gründen unbeliebten zweiten Mannschaft von Hoffenheim unter die Räder (1:4). Zwei Tage darauf erkämpften sich die Ostler im 560 Kilometer entfernten Essen einen 3:2-Erfolg. Mit diskriminierenden Schmährufen eines kleinen Essener Mobs nach Hause geschickt, hatte man in der Cottbusser Postkutsche auf der Heimfahrt aber gut Lachen. Gleich nach Punkten und Tordifferenz, aber mit mehr erzielten Toren auf Platz eins. So knapp läuft die Chose.

Am vergangenen Sonnabend ging das Fernduell in die nächste Runde. Der MSV Duisburg besiegte vor einer Rekordkulisse von gut 28.000 Fußballverrückten im sogenannten Westschlager die Alemannia aus Aachen schon in der ersten Halbzeit, Endstand 3:1. Besondere Vorkommnisse: Außer der schlagenden Überlegenheit der Gastgeber waren die Choreos der Fans ein Augenschmaus.

In der Lausitz lief es gegen die Viktoria aus Köln dagegen nicht so rund. Nicht nur wegen ein paar Zuschauern weniger. Cottbus kassierte recht schnell einen streitbaren Elfmeterpfiff. »Pele« fiel auf die Knie und vom Fußballgott ab. Lex-Tyger Lobinger verwandelte gnadenlos zur Führung. Doch bald folgte der nächste Strafstoß, diesmal für Energie nach Grätsche von Kölns Torwart »Dudu« Dos Santos Haesler. Cottbus’ sicherster Elfmeterbanker, Tolcay Ciğerci, hinterließ aber nur eine Delle im Pfosten. Negativpremiere! »Gibt’s doch nicht«, oder so ähnlich war der folgende Fluch. Doch zweite Halbzeit, neues Glück. Volle Power von Cottbus. Wieder Pfiff von Schiri Timon Schulz, nachdem der sehr agile Energie-Stürmer Moritz Hannemann durch Florian Engelhardt zu Boden gerissen wurde. Ohne Ball in Sicht, deshalb Rot für den Mittelfeldmann. Ciğerci zum zweiten. Mutig und selbstbewusst schickte er den Riesen »Dudu« im Kölner Tor in die andere Ecke. Ausgleich! Die in Standards geübten Kölner legten jedoch keine zwei Minuten später nach: Ecke von Leonhard Münst auf den sich hochschraubenden Tim Kloss. Ein Kopfball wie aus dem Lehrbuch. Ein anderer Engelhardt (der Erik) auf seiten von Cottbus erledigte elegant aus der Drehung den erneuten Ausgleich. Köln voll unter Druck. Wollitz brachte noch Anderson Lucoqui, der wenige Sekunden später dem Vertrauen des Trainers gerecht wurde. Nach schöner Vorarbeit von Ciğerci netzte er zum 3:2-Sieg ein. Willkommen im wilden Osten. Trotzdem verliert Energie Cottbus die Führung erneut an Duisburg. Nach Toren.

Nächste Woche ist es an den Zebras aus Duisburg, die mehr als 500 Kilometer gen Osten zum Klassenfeind nach Cottbus zu reisen. Spitzenspiel!

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