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Venezuela wappnet sich

Caracas. Die Regierung Venezuelas intensiviert angesichts zunehmender US-Drohungen die Vorbereitungen auf den Ernstfall. Am Dienstag sind in drei Bundesstaaten »erweiterte Verteidigungszonen« aktiviert worden. Schrittweise soll die Alarmstufe auf alle 24 Regionen des Landes ausgeweitet werden. Präsident Nicolás Maduro kündigte am Sonntag – zum »Tag des Widerstands und der Entkolonialisierung Amerikas« – zudem die Bildung internationalistischer Brigaden der indigenen Völker Südamerikas an. Sie sollen die Souveränität des Kontinents gegen jede äußere Bedrohung verteidigen. Die Maßnahmen erfolgen als Reaktion auf den bislang größten US-Militäraufmarsch in der Karibik, den Washington als »Antidrogenoperation« ausgibt.

Die nach tödlichen Angriffen auf angebliche Drogenboote und Überflügen von US-Kampfjets angespannte Lage ist durch die Vergabe des Friedensnobelpreises an die ultrarechte Oppositionspolitikerin María Corina Machado weiter eskaliert. »Ist das der erste Schritt in Richtung eines US-Krieges gegen Venezuela?« kommentierte die Onlineplattform Les 2 Rives. US-Medien wie Politico berichteten, dazu passend, am Wochenende über Regime-Change-Pläne der Trump-Regierung, die sogar die Tötung Maduros in Erwägung ziehe. Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja warnte vor »Vorbereitungen auf eine Invasion«.

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Trotzdem meldet Caracas wirtschaftliche Erfolge: Die Erdölförderung stieg im September auf über 1,1 Millionen Barrel pro Tag – der siebte Zuwachs in Folge. Machado sei nun offenbar dazu auserkoren, »ein weiteres Werkzeug Washingtons im Kampf um die Kontrolle über die größten Ölreserven der Welt zu sein«, kommentierte der ukrainisch-chilenische Journalist Oleg Jasinski. Zeitgleich kündigte Außenminister Yván Gil eine Neuausrichtung der Diplomatie an: Botschaften in Norwegen und Australien werden geschlossen, neue Vertretungen in afrikanischen Ländern sollen die Kooperation mit dem globalen Süden vertiefen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.10.2025, Seite 6, Ausland

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