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Koalitionskreise: Bundesregierung kauft 300 »Patriot«-Raketen für 1,5 Milliarden Euro

Foto: Michael Fischer/dpa
Freudenfeuerwerk bei der US-Rüstungsindustrie: Deutschland ordert weitere "Patriot"-Raketen

Berlin. Die Bundesregierung will Koalitionskreisen zufolge weitere 300 »Patriot«-Luftabwehrraketen in den USA kaufen. Der Gesamtpreis werde bei 1,5 Milliarden Euro liegen, sagten drei mit den Planungen Vertraute am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Bestellung diene teilweise dazu, Bestände nach der Abgabe der Lenkflugkörper an die Ukraine wiederzubeschaffen. Das Geschäft solle über die nächsten vier Jahre abgewickelt werden.

Norwegen sei bereit, sich mit knapp 200 Millionen Euro an der Beschaffung zu beteiligen. EU-Länder sehen Norwegen besonders in der Pflicht, da das Land indirekt vom Konflikt mit Russland profitiert. Durch den Wegfall der russischen Gaslieferungen waren vor allem 2022 und 2023 die Preise für Erdgas rasant gestiegen, was Norwegen als Gasexporteur stark zugute kam.

Verstärkt werden soll den Angaben zufolge auch die Drohnenflotte der Bundeswehr mit drei israelischen »Heron«-Drohnen. Diese würden rund 600 Millionen Euro kosten. Die Drohne mit einer Reichweite von 350 Kilometern könne zur Aufklärung dienen, aber auch bewaffnet werden. Sie sollen der Bundeswehr bis 2028 zur Verfügung stehen.

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Geplant ist den Koalitionsvertretern zufolge ferner der Kauf von 24 kleinen, mobilen Krankenstationen, die auch in Frontnähe aufgebaut werden können. Sie bestehen aus Lkw und Containern. Der Preis liege insgesamt bei rund 400 Millionen Euro. Gekauft werden solle bei Rheinmetall.

Alle drei Vorhaben solle im Laufe der Woche der Haushaltsausschuss billigen, hieß es weiter. Das Verteidigungsministerium wollte sich auf Anfrage zunächst nicht äußern. (Reuters/jW)

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Erschienen am 09.09.2025, Inland

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