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10.05.2023
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Ausgezeichnete Recherchen
Die Zeitungen Washington Post und New York Times sowie die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) sind mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Caroline Kitchener von der Washington Post bekam die wohl bekannteste journalistische Auszeichnung der Welt am Montag für ihre Berichterstattung über eine Frau, die wegen der Beschränkung der Abtreibungsrechte in den USA Zwillinge zur Welt brachte. Die New York Times gewann in der Kategorie der internationalen Berichterstattung für ihre natürlich »unerschrockene Berichterstattung über die russische Invasion in der Ukraine, einschließlich einer achtmonatigen Untersuchung der ukrainischen Todesfälle in der Stadt Butscha«, die unerschrocken genau die Ergebnisse zeitigte, die den westlichen Staaten in den Kram passen. Auch die AP wurde geehrt, weil sie noch aus Mariupol berichtete, als andere Agenturen die schwer umkämpfte ukrainische Stadt längst verlassen hatten. In der Kategorie Romane gewannen Barbara Kingsolver (»Demon Copperhead«) und Hernán Diaz (»Trust«). Im Bereich Musik ging der Pulitzer an Rhiannon Giddens und Michael Abels für ihre Oper »Omar«.
Eine als Favorit gehandelte journalistische Recherche des US-Magazins Politico über die Aufhebung des Grundsatzurteils »Roe v. Wade« zu Abtreibung, die vergangenes Jahr international für Aufsehen gesorgt hatte, ging derweil leer aus. Politico hatte dank eines zugespielten internen Dokuments des Obersten Gerichtshofes der USA schon Wochen vor der Veröffentlichung von der beabsichtigten Entscheidung berichtet. Der Artikel löste weltweit Empörung aus und führte zu einer internen Suche nach der undichten Stelle im US Supreme Court. In der Kategorie Breaking News gewann statt dessen die LA Times für eine Recherche über Rassismus bei lokalen Politikerinnen und Politikern in Los Angeles. (dpa/jW)
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