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Aus: Ausgabe vom 14.01.2023, Seite 4 / Inland

Ernst fordert Ende der Sanktionspolitik

Leipzig. Der Linke-Politiker Klaus Ernst fordert ein Ende der Energiesanktionen gegen Russland und kritisiert in dem Punkt seine Partei. »Ich beklage, dass wir uns nicht einig sind, dass wir diese Sanktionen im wirtschaftlichen Bereich gegen Russland beenden müssen, weil sie im Ergebnis gegen die eigene Bevölkerung und gegen die eigene Industrie gerichtet sind«, sagte Ernst, Vorsitzender des Bundestagsenergieausschusses, am Freitag am Rande der Klausur der Linke-Bundestagsfraktion dem ZDF in Leipzig. Mit Russland trotz des Krieges gegen die Ukraine weiter Handel zu treiben, sei »moralisch ein Problem«, so Ernst. Die Sanktionen richteten sich »in der Folge« allerdings »gegen die eigene Bevölkerung«. (dpa/jW)

  • Leserbrief von Onlineabonnent/in Joachim S. aus Berlin (14. Januar 2023 um 08:59 Uhr)
    Klaus Ernst stellt fest, dass es »moralisch ein Problem« sei, mit Russland trotz des Krieges in der Ukraine Handel zu treiben. Hat dieses »moralische Problem« die Bundesrepublik je davon abgehalten, Handel mit den USA zu treiben, als diese in Korea oder Vietnam Krieg führten, in Afghanistan, Libyen, im Irak oder in Syrien? Wurde der Handel mit Frankreich eingeschränkt, als es in Algerien mordete? Der mit Belgien während des Mordens im Kongo? Wie stand es mit dem Handel mit Großbritannien während seiner Kolonialkriege in Indien oder später während des Falklandkrieges? Ein Linker sollte in der Lage sein, daran zu erinnern, dass der Krieg in der Ukraine nicht der einzige militärische Konflikt auf der Erde war und ist.

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