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Biennale di Venezia

Geste in Gold

Die Biennale in Venedig hat der Kunstszene eine multikulturelle Auffrischung verschafft. Mit der Auszeichnung von zwei international gefeierten Künstlerinnen der Black Community setzte die Jury am Samstag deutliche Zeichen. Die Britin Sonia Boyce und die US-Amerikanerin Simone Leigh erhielten mit zwei Goldenen Löwen die wichtigsten Preise der Biennale. Auch der Länderpavillon des erstmals vertretenen Ugandas und der libanesische Künstler Ali Cherri wurden ausgezeichnet. Die Kunstbiennale gilt neben der Documenta in Kassel als bedeutendste Ausstellung für Gegenwartskunst. Die 59. Biennale, die wegen der Pandemie um ein Jahr verschoben wurde, ist seit Samstag bis zum 27. November geöffnet.

Boyce erhielt den Goldenen Löwen für ihre Arbeit im britischen Pavillon. Sie sieht in dem Preis auch ein Signal für die internationale schwarze Kunstszene. »Wir sind hier. Wir gehen nicht mehr weg«, sagte Boyce der dpa in Venedig. »Es werden noch mehr fabelhafte Dinge passieren.« Es gebe ungemein viele Talente unter schwarzen Künstlerinnen und Künstlern. »Ich kann es kaum erwarten, dass sich andere durchsetzen.« ­Boyces prämiertes Werk »Feeling Her Way« erkundet die Kraft des weiblichen Gesangs. Die Stimmen von fünf schwarzen Sängerinnen füllen einzeln und kombiniert die Räume des Pavillons. Sie werden mit geometrisch strukturierten goldenen Elementen, Ornamenten und Fotos an den Wänden optisch ergänzt.

Leigh wurde für ihren Beitrag in der bereits viel gelobten Biennale-Ausstellung »The Milk of Dreams« der in New York lebenden Kuratorin Cecilia Alemani gewürdigt. Leighs riesige Bronzearbeit »Brick House« einer heroisch wirkenden Schwarzen mit einem Gewand in Form eines traditionellen Tonhauses steht am Anfang des zweiten Biennale-Areals Arsenale. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 25.04.2022, Seite 10, Feuilleton

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