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10.11.2021
- → Feuilleton
Fried und Rovics
Das Wort von der »engagierten Literatur« trifft auf kaum einen deutschsprachigen Schriftsteller so zu wie auf den Dichter und politischen Intellektuellen Erich Fried. Wurde er zeitlebens vom Feuilleton geziehen, Lyrik wie Zeitungsmeldungen zu verfassen, behandelte ihn die Kulturpresse dieses Landes zu seinem 100. Geburtstag vor allem als träumenden Idealisten und politischen Naivling. Dem hielten junge Welt und Melodie & Rhythmus eine – wegen der Pandemie leider nur gestreamte – Gala gegenüber, die gerade die Zeitlosigkeit von Frieds Einsatz gegen die Zumutungen seiner Zeit in den Mittelpunkt stellte. Mit von der Partie war der Schauspieler Rolf Becker, der unter anderem Gedichte des Geehrten vortrug. Wenn er am Samstag, den 13. November, in der Grazer Cuntra Church (Grottenhofstraße 5) über Frieds »Leben, sein Schreiben, sein Nichtschweigen« spricht, kann das Publikum dagegen wieder persönlich dabei sein. Die Veranstaltung steht unter dem Titel »Texte gegen Krieg und Entfremdung« und beginnt um 19 Uhr.
Wie Fried seine Gedichte schrieb, schreibt der anarchistische Singer-Songwriter David Rovics seine Lieder: tagesaktuell im Anlass, zeitlos im Anliegen. In seinem Heimatland, den USA, geht ihm der Stoff für seine Protestsongs nicht aus. Ob ihm auch zu Deutschland welche einfallen? Im Januar spielte er noch auf der digitalen Rosa-Luxemburg-Konferenz, am heutigen Mittwoch ist er dann live in Berlin. Das Konzert im Nachbarschaftshaus Urbanstraße beginnt um 20 Uhr. (jW)
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