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Aus: Ausgabe vom 23.10.2021, Seite 8 / Abgeschrieben

Bündnisaufruf: »Neonazi ist an der Goethe-Uni immatrikuliert: Schutz für Studierende jetzt!«

Das Bündnis »Nazifreier Campus« in Frankfurt am Main fordert Schutz für Studierende vor dem an der dortigen Goethe-Universität immatrikulierten Neonazi Franco Albrecht und ruft auf zu einer Kundgebung:

Am 28.10.2021 wird am Oberlandesgericht der Prozess gegen den Neonazi Franco Albrecht fortgeführt. Er ist unter anderem wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat angeklagt. Der Leitung der Goethe-Universität ist bereits seit geraumer Zeit bekannt, dass Albrecht seit mehreren Semestern im Fachbereich Rechtswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt eingeschrieben ist.

Er ist alles andere als ein gewöhnlicher Jurastudent: Albrecht ist angeklagt wegen Verstößen gegen das Waffengesetz, das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Sprengstoffgesetz sowie wegen Betrugs, weil er sich als syrischer Geflüchteter ausgegeben hat. Und nicht zuletzt, weil er den Mord an prominenten Personen (…) geplant haben soll. (…)

Das studentische Bündnis »Nazifreier Campus« fordert die Unileitung dazu auf, ihren eigenen Leitlinien gerecht zu werden und sich deutlich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus zu positionieren. Das Präsidium muss die Bedrohung, die von Albrecht ausgeht, ernst nehmen und seine Studierenden vor rechter Gewalt schützen. Kim Elser, Sprecher*in des Bündnisses, meint: »Ob per Betretungsverbot oder durch andere Schutzmaßnahmen: Gerade von Rassismus und Sexismus Betroffenen sowie Opfern rechter Gewalt muss es möglich sein zu studieren, ohne dabei den Bedrohungen bewaffneter Nazis ausgesetzt zu sein.«

Die Ermittlungen der Generalbundesanwaltschaft gehen davon aus, er habe unter seiner falschen Identität als Geflüchteter Anschläge begehen wollen. Seit Mai 2021 steht Albrecht nun vor Gericht.

Kim Elser sagt dazu: »Dass Albrecht noch nicht rechtskräftig verurteilt wurde, liegt eher am Versagen der Behörden und daran, dass seine Kameraden und Vorgesetzten in der Bundeswehr weggeschaut und ihn gedeckt haben. Beweise gibt es seit langem und zuhauf!« Von 11.30 bis 14 Uhr findet deshalb am 28.10. eine Kundgebung auf dem Theodor-W.-Adorno-Platz auf dem Westend-Campus der Goethe-Universität Frankfurt statt.

Zum angespannten Verhältnis zwischen Russland und der NATO bemerkt die russische Zeitung Nesawissimaja Gaseta am Freitag:

Moskau will die Arbeit seiner Vertretung bei der NATO mit Beginn des Novembers einstellen, nachdem der Chef des Bündnisses, Jens Stoltenberg, beschlossen hatte, acht Mitarbeitern der russischen Ständigen Vertretung die Akkreditierung zu entziehen. (…) Witziger Typ, dieser Jens Stoltenberg. Was glaubt er, wer diese russischen Soldaten sein könnten, die ins Hauptquartier des Bündnisses in Brüssel entsandt wurden – außer Geheimdienstdiplomaten oder, wie man auf Englisch korrekt sagt, Spione?

Die Frage ist, dass sie höchstwahrscheinlich keine Tresore in den Büros ihrer westlichen Kollegen öffneten, keine Pläne von geheimen NATO-Operationen gegen Russland fotografierten und keine Ausländer dazu brachten, Informationen an den (russischen) Militärgeheimdienst GRU weiterzugeben. Im Gegensatz zu James Bond arbeiten diese Spezialisten legal und offen.

Quelle: dpa

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