Zum Inhalt der Seite
Denkmalschutz

Schlechte Gesellschaft

Man muss sich Sorgen machen um die weltberühmten Tempelanlagen von Angkor Wat in Kambodscha. Der Grund: Der Casino­betreiber Naga-Corp plant den Bau eines 75 Hektar großen Vergnügungsparks in unmittelbarer Nähe des archäologischen Komplexes in der Provinz Siem Reap. Die Unesco teilte jetzt mit, sie habe »zahlreiche Appelle« besorgter Experten erhalten. Das Projekt im Umfang von 350 Millionen Dollar (290 Millionen Euro) sei im Januar bei einer Online­sitzung des internationalen Koordinierungsausschusses für Angkor »mit besonderer Aufmerksamkeit« geprüft worden, so die UN-Organisation. Die Meinung der teilnehmenden Denkmalschutzexperten dazu sei »eindeutig negativ« gewesen. Die Nähe des geplanten Parks zu den geschützten Tempeln und »die Größe, der Umfang und das Konzept« könnten Auswirkungen auf Angkors »herausragenden universellen Wert« haben, schrieb die Unesco. Die Organisation werde in engem Kontakt mit der Regierung des südostasiatischen Landes bleiben. Die weitere Entwicklung werde zudem bei der 44. Tagung des Welterbe­komitees Mitte des Jahres geprüft. Das in Hongkong gelistete Hotel- und Freizeitunternehmen Naga-Corp ist der größte Casinobetreiber in Kambodscha. Im November hatte es seine Pläne für den Themenpark unter dem vorläufigen Namen »Angkor Lake of Wonder« bekanntgemacht. (dpa/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 19.02.2021, Seite 11, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!