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Seeatlas mit Goldakzenten

Ein Seeatlas von 1586 kommt an diesem Montag in Hamburg unter den Hammer. Es handelt sich um die erste lateinische Ausgabe des zuvor als »Spieghel der Zeevaerdt« (Spiegel der Seefahrt) erschienen Werks des Holländers Lucas Janszoon Waghenaer – der »erste gedruckte Seeatlas überhaupt«, wie das Auktionshaus Ketterer Kunst mitteilte. Das kolorierte Buch mit dem Titel »Speculum nauticum« sei in gutem Zustand, besonders dekorativ seien die Goldakzente auf den Windrosen und Wappen sowie die Darstellungen von Segelschiffen und skurrilen Seeungeheuern. Das Werk in rotem Ledereinband enthält eine Gesamtkarte von Europa und 44 Teilkarten, die nahezu lückenlos die Atlantik-, Nord- und Ostseeküsten Europas abbilden. Die Städtenamen sind in der Landessprache, in Holländisch oder Niederdeutsch (Hamborch, Eemden, Flenßborch, Wismer) notiert. Auf einer Karte der nordfriesischen Küste sei die Insel »Strand« zu sehen, aus der später nach schweren Sturmfluten die heutigen Inseln Nordstrand und Pellworm und die Hallig Nordstrandischmoor entstanden. Auch friesische Inseln wie »Wranger oog« oder »Spijcker ooch« verzeichnete der 1533 geborene Waghenaer, der 30 Jahre zur See fuhr, bevor er 1577 begann, Seekarten herauszugeben. Der Schätzpreis seines »Meilensteins der nautischen Kartographie« liegt bei 180.000 Euro. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 30.11.2020, Seite 10, Feuilleton

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