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Aus: Ausgabe vom 18.07.2020, Seite 15 / Geschichte

Anno ... 30. Woche

1945, 20. Juli: Der belgische Premierminister Achille Van Acker präsentiert im belgischen Parlament eine Anklageschrift gegen Leopold III., um dessen Abdankung zu erreichen. Bei der lange ungelösten »Königsfrage« in Belgien ging es darum, ob sich Leopold III. in der Zeit der deutschen Besatzung zu passiv gegenüber den Faschisten verhalten habe. Trotz der politischen Proteste dankt der König erst 1951 ab.

1945, 21. Juli: In Berlin unterzeichnen Vertreter der vier alliierten Mächte die endgültige Fassung des Abkommens über die Einteilung der Besatzungszonen in Deutschland und in Berlin.

1945, 21. Juli: Die Schlacht von Balikpapan auf Borneo endet mit einem Sieg der Alliierten, die Insel wird damit vollständig von der japanischen Besatzung befreit. Australische Truppen waren dort mit britischer, niederländischer und US-amerikanischer Hilfe am 1. Juli im Zuge der übergeordneten »Operation Oboe« gelandet.

1945, 21. Juli: In der Schlacht am Fluss Sittaung in Burma (heute Myanmar) werden japanische Truppen beim Versuch, nach Thailand zu fliehen, gestoppt. Mehr als 10.000 japanische Soldaten sterben, unter anderem durch den flächendeckenden Abwurf von Phosphorbomben.

1945, 23. Juli: Im Pariser Palais de Justice wird der Prozess gegen Philippe Pétain, ehemaliger Staatschef von Vichy-Frankreich (1940–1944), eröffnet. Pétain wird wegen Hochverrats und Kollaboration mit dem Feind am 15. August zum Tode verurteilt. Kurz darauf wird das Urteil aufgrund seines hohen Alters in lebenslängliche Haft umgewandelt.

1945, 23. Juli: Auf Anordnung der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland als Teil des Befehls Nr. 10 werden alle privaten Banken und Versicherungen in der Sowjetischen Besatzungszone geschlossen. Öffentliche Institute und Landesbanken übernehmen die entsprechenden Finanzgeschäfte.

1945, 25. Juli: Die kurz zuvor gegründete »Kammer der Kulturschaffenden« eröffnet in der Berliner Schlüterstraße 35 in Charlottenburg die erste große Kunstausstellung nach dem Krieg. Gezeigt wird erstmals wieder Kunst, die im Faschismus als »entartet« galt, unter anderem von den Malern Karl Hofer, Max Beckmann und Max Pechstein.

1945, 26. Juli: Die japanische Regierung ignoriert ein Ultimatum zur Kapitulation seitens der USA. Am selben Tag trifft der Schwere Kreuzer »USS Indianapolis« auf dem Militärstützpunkt auf der Pazifikinsel Tinian ein – an Bord befinden sich die entscheidenden Bauteile der Atombombe »Little Boy«, mit der am 6. August Hiroshima verwüstet wird.

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