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Kosovo: Präsident will vorerst im Amt bleiben

Pristina. Hashim Thaci, der Präsident der Provinz Kosovo, die sich 2008 von Serbien einseitig und völkerrechtswidrig losgesagt hatte, will dann zurücktreten, wenn die Anklageerhebung gegen ihn vom Den Haager Sondergericht für Kriegsverbrechen während des Kosovo-Kriegs zugelassen wird. Sollte das Tribunal die Anklage bestätigen, werde er »unverzüglich zurücktreten« und sich den Anschuldigungen stellen, sagte Thaci am Montag abend in einer Ansprache. Er wolle sich nicht als Staatschef mit der Justiz auseinandersetzen. Die Staatsanwaltschaft an dem Sondergericht hatte in der vergangenen Woche eine zehn Punkte umfassende Anklage gegen ihn bekanntgegeben. Sie legt ihm Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last. Thaci, der früher Kommandeur der »Befreiungsarmee des Kosovo« (UCK) war, wird unter anderem des Mordes und der Folter beschuldigt. Er und weitere mutmaßliche Täter sollen laut der Anklageschrift für knapp hundert Morde an Serben verantwortlich sein. Das Sondertribunal muss aber noch darüber entscheiden, ob es die Anklageerhebung zulässt. Thaci wies die in Den Haag gegen ihn vorgebrachten Anschuldigungen zurück und bleibt vorerst im Amt. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 01.07.2020, Seite 7, Ausland

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