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Höchste Zeit

John le Carré erhält in diesem Jahr den schwedischen Olof-Palme-Preis. Der britische Schriftsteller werde »für seine engagierte und humanistische Meinungsbildung in literarischer Form« geehrt, teilte die Jury am Freitag mit. Der Verfasser legendärer Spionageromane (»Der Spion, der aus der Kälte kam«, 1963) stoße seine Leser unermüdlich auf zentrale Fragen, von der Übermacht globaler Konzerne über die Korruption in der Politik bis hin zum Anstieg von Faschismus und Fremdenhass in Europa und den USA. »Entweder ist Europa am Arsch oder jemand mit Eiern in der Hose findet ein Mittel gegen Trump«, schimpft im jüngsten Bestseller le Carrés, »Federball« (2019), ein junger Datenanalyst aus den USA: »Es ist eine Schande, dass alle amerikanischen Attentäter Rechtsextreme sind. Höchste Zeit, dass die Linke sich mal einen Schützen anschafft!« Den Palme-Preis soll der 88jährige Autor am 30. Januar in Stockholm entgegennehmen. Er ist mit 100.000 Dollar dotiert und erinnert an den 1986 ermordeten Ministerpräsidenten Olof Palme. Im vergangenen Jahr hatte US-Whistleblower Daniel Ellsberg den Preis erhalten. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.01.2020, Seite 11, Feuilleton

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