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Meister der Gebrauchsgrafik

Die Werke von Axel Ber­tram kennt jeder, der in der DDR gelebt hat. Kurz vor seinem 83. Geburtstag ist der große Gebrauchsgrafiker des Arbeiter-und-Bauern-Staates am Sonnabend in Berlin gestorben. Geboren in Dresden, arbeitete Bertram nach dem Studium an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee ab 1960 als freiberuflicher Grafiker. Er gestaltete Bücher und Plakate, Umlauf- und Gedenkmünzen (etwa das berühmte 20-Pfennig-Stück und die Fünf-Mark-Umlaufmünze der DDR), entwarf das Layout der legendären Zeitschriften Sibylle und Wochenpost. Auch die spezielle Fernsehschrift Videtur, der Opentype-Font Rabenau Pro und zahlreiche Briefmarken gehen auf ihn zurück. Bertram legte keinen Wert auf eine unverwechselbare Handschrift, sah sich als Diener des Lesers, Betrachters oder Nutzers. Mit einem an der Tradition geschulten Formbewusstsein und dem Selbstverständnis eines Künstlers, der für den Alltag arbeitete, suchte er mehr als fünf Jahrzehnte lang die jeweils besten Lösungen für konkrete Aufgaben. Von 1977 bis 1992 unterrichtete er als Professor für Schrift und gebrauchsgrafisches Gestalten in Berlin. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 19.03.2019, Seite 11, Feuilleton

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