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Müll im Museum

In Berlin-Wedding wird heute ein »Müll Museum« (MüMu) eröffnet. Die Organisatoren wollen die Diskussionen über Müll im Soldiner Kiez »endlich auf eine andere Ebene bringen«, erklärten sie vorab. Bisher seien wilde Müllkippen, herumfliegende Verpackungen u. ä. nur »Anlass für gegenseitige Vorwürfe und letztlich auch Rassismus«. Auf einer beispielhaften Versammlung habe ein Anwohner erst eine Roma-Gruppe für alle Müllberge der Gegend verantwortlich gemacht und dann gefragt: »Wieso kann man die nicht alle in den Zug nach Oranienburg setzen?« Ob er »ein Nazi oder einfach nur dumm« sei, konnte nicht abschließend geklärt werden. Im MüMu sollen Bewohner nun anhand von Müllexponaten ihre Geschichte und die des Kiezes erzählen. Ein Hintergedanke: Sollte der Müll eines Tages völlig von den Straßen weg sein, wären sicherlich auch die meisten Bewohner ausgetauscht. Eröffnung des MüMu nach einer Performance von Müll & The Gang heute, fünf vor zwölf (11.55 Uhr), in der Stephanuskirche, Prinzenallee 39, Eintritt frei. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.03.2019, Seite 11, Feuilleton

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