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Meinungsfreiheit

Der Beweis

Der frühere Handballstar Stefan Kretzschmar hat mit seinen Äußerungen über fehlende Meinungsfreiheit eine Debatte über den Sport hinaus angestoßen. Nun monierte der ehemalige Nationalspieler in Bild (Montagausgabe) die »Instrumentalisierung« des Interviews, das er T-online gegeben hatte, durch »politische Gruppierungen, die meiner eigenen politischen Einstellung nicht ferner liegen könnten«. Er betonte, er sei in der »linken Szene geprägt« worden, auch unter »Hausbesetzern in Friedrichshain«. In dem Interview war er gefragt worden, warum es keine Sportler mit Ecken und Kanten mehr gebe, und er hatte geantwortet, dass ökonomische Abhängigkeiten (Arbeits- und Sponsorenverträge) die Meinungsfreiheit einschränken. »Für jeden Kommentar bekommst du eins auf die Fresse«, hatte er erklärt. »Welcher Sportler äußert sich denn heute noch politisch? Es sei denn, es ist die Mainstreammeinung, mit der man nichts falsch machen kann.« Wenn man sich gesellschafts- oder regierungskritisch äußere, werde es einem sofort vorgeworfen.

Wegen dieser Passage hatte die AfD Heidelberg das Interview auf Twitter weiterverbreitet. Kretzschmar fand sich in einem mittleren Shitstorm wieder, fühlte sich gründlich missverstanden, aber auch bestätigt: »Wenn irgendein Sportler oder eine Person des öffentlichen Lebens noch einen Beweis für meine These gebraucht hat – damit hat er sie bekommen.« (sid/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.01.2019, Seite 11, Feuilleton

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