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Aus: Ausgabe vom 05.01.2019, Seite 15 / Geschichte

Anno … 2. Woche

1919, 10. Januar: Nach Massendemonstrationen, bei denen die Abdankung des Bremer Senats und die Einsetzung von Volkskommissaren gefordert wurden, erklärt der örtliche Arbeiter- und Soldatenrat Bremen zu einer selbständigen sozialistischen Republik. Vertreter der lokalen Wirtschaft wenden sich daraufhin an die Regierung in Berlin mit der Bitte um militärisches Eingreifen. Auf Befehl des Reichswehrministers Gustav Noske (SPD) dringt am 4. Februar die »Division Gerstenberg« in die Stadt ein. Es kommt zu Kämpfen, bei denen 28 bewaffnete Arbeiter sowie 29 Zivilisten sterben. Die Auseinandersetzungen enden am Abend mit der Niederlage der Republik.

1949, 7. Januar: Die israelische Luftwaffe schießt über der Negevwüste fünf Maschinen der britischen Royal Air Force ab, die sich auf einem Erkundungsflug im israelisch-ägyptischen Grenzgebiet befinden. Einer der Piloten stirbt. Der Abschuss führt zu einem länger andauernden diplomatischen Streit zwischen Israel und Großbritannien.

1949, 11. Januar: Am Deutschen Theater in Berlin feiert Bertolt Brechts Stück »Mutter Courage und ihre Kinder« Premiere. Die Hauptrolle spielt Helene Weigel, die Musik stammt von Paul Dessau. Der im Oktober 1948 in die Sowjetische Besatzungszone eingereiste Dramatiker begründet mit der von ihm verantworteten Inszenierung den Nachkriegsruhm seines epischen Theaters. Die »Courage« wird zu einem der erfolgreichsten Stücke des im November 1949 gegründeten Berliner Ensembles.

1959, 13. Januar: Anlässlich einer Tanzmusikkonferenz in Lauchhammer wird der Modetanz Lipsi (lipsiens, lat. Leipziger) vorgestellt. Der auf einem 6/4-Takt beruhende Paartanz soll eine sozialistische Alternative zum Twist bieten, der angesichts der großen Popularität des Rock ’n’ Roll in der DDR große Verbreitung unter Jugendlichen gefunden hat. Die DDR meldet für den Lipsi eigens ein internationales Patent an. Ein großes Echo findet der Tanz allerdings nicht.

1979, 7. Januar: Nachdem vietnamesische Truppen am 25. Dezember 1978 in Kambodscha einmarschiert waren, endet die Herrschaft der Roten Khmer mit dem Sturz Pol Pots. Den »Säuberungen« der maoistischen Staatspartei der Roten Khmer sind seit deren Machtübernahme im Jahr 1975 schätzungsweise bis zu zwei Millionen Menschen zum Opfer gefallen.

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