Aus: Ausgabe vom 28.12.2018, Seite 8 / Abgeschrieben

Mumias neue Postanschrift

Die Initiative »Free Mumia« zur Freilassung Mumia Abu-Jamals teilte am vergangenen Sonntag mit:

Seit dem US-Gefangenenstreik im August/September 2018 zur Abschaffung der Sklaverei hat Pennsylvanias Regierung unter dem »liberalen« Gouverneur Tom Wolf mit zahlreichen Haftverschärfungen reagiert. Eine davon betrifft den Postverkehr. Post an Mumias bisherige Adresse wird nicht mehr an die Privatfirma in Florida weitergeleitet, welche alle Briefe an Gefangene im Bundesstaat Pennsylvania einscannt und elektronisch weiterleitet, während die Originale vernichtet werden. Daher ist es wichtig, ab jetzt diese Adresse zu verwenden, um Mumia zu schreiben:

Smart Communications/PA DOC

Mumia Abu-Jamal #AM8335

SCI Mahanoy, Post Office Box 33028

St Petersburg, Florida 33733, USA

Wir schlagen vor, nun auch viel zu schreiben, um sowohl der Gefängnisbehörde als auch Mumia selbst zu zeigen, dass wir unsere Solidarität nicht beenden, nur weil die Haftbedingungen verschärft werden und die Kommunikation mit den Gefangenen erschwert wird.

66 israelische Künstlerinnen und Künstler, darunter Micha Ullman und David Tartakover, stellen sich anlässlich der Forderung des israelischen Premiers an die Bundesregierung, einige NGOs, das Jüdische Museum Berlin und die Berlinale nicht mehr zu unterstützen, gegen die Tendenz, kritische Stimmen zur Besatzungspolitik Israels zu unterdrücken. In ihrem offenen Brief heißt es:

Schockiert nehmen wir zu Kenntnis, dass unser Premierminister und seine Regierung die deutsche Regierung dazu auffordern, ihre Unterstützung für das Jüdische Museum in Berlin wegen der Sonderausstellung über Jerusalem zu beenden. Dieser Ausstellung wird auf unaufrichtige und irreführende Weise vorgeworfen, ein hauptsächlich muslimisch-palästinensisches Narrativ widerzuspiegeln. Wir lehnen die Versuche, die Freiheit des kulturellen Ausdrucks einzuschränken, ab. Sie sind Teil einer umfassenderen Kampagne von populistischen und ultrarechten Regierungen weltweit, deren Ziel es ist, den Spielraum des kritischen Denkens einzuschränken und es, wenn möglich, zum Schweigen zu bringen.

In den letzten Jahren haben wir in Israel unzählige Versuche der Regierung erlebt, in Zusammenarbeit mit populistischen und ultrarechten Parteien die Räume des kulturellen Ausdrucks und damit den pluralistischen, kritischen Diskurs einzuschränken. Ihre Methoden sind Darstellung politisch andersdenkender Künstler, Kuratoren, Intellektueller und anderer Personen als illegitim und als Mitglieder einer »fünften Kolonne« oder das Einbehalten von Subventionen für Institutionen und öffentliche Räume, in denen abweichende Stimmen zum Ausdruck gebracht wurden.

Wir sind grundsätzlich gegen jegliche politische Zensur von Einzelpersonen oder kulturellen Institutionen, die Raum für Kritik an der israelischen Politik geben. Die abschreckende Wirkung dieser Bedrohungen ist die Zerstörung der kulturellen Debatte in einer offenen Gesellschaft. Wir appellieren folglich an die Regierung, das Parlament, die Medien und die breite Öffentlichkeit in Deutschland, sich dieser unangemessenen Forderung zu widersetzen und sich generell vor den Versuchen der israelischen Regierung und ihrer antiliberalen Verbündeten zu hüten, diese schädliche Kultur der Angst und Zensur in andere demokratische Bereiche zu exportieren.


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Free Mumia Abu-Jamal Freiheit für den politischen Gefangenen in den USA!

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