Aus: Ausgabe vom 18.05.2018, Seite 1 / Inland

»Wehrhahn«-Prozess: Haftbefehl aufgehoben

Düsseldorf. Im Prozess um den Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn (jW berichtete) hat das Gericht den Haftbefehl gegen den Angeklagten Ralf S. aufgehoben. Nach der Anhörung von 60 Zeugen und drei Sachverständigen sehe die Kammer keinen dringenden Tatverdacht mehr, teilte das Gericht am Donnerstag mit. Der 51jährige mit Verbindungen in die rechte Szene ist wegen zwölffachen Mordversuchs aus Fremdenhass angeklagt. Er bestreitet die Tat. Am Montag hatte die Staatsanwaltschaft in einer Zwischenbilanz argumentiert, S. verfüge über Täterwissen. Er habe zudem mehrfach nachweislich die Unwahrheit gesagt.

Bei dem Bombenanschlag waren am 27. Juli 2000 zehn Menschen aus einer zwölfköpfigen Gruppe von Zuwanderern aus Osteuropa bzw. Vorderasien verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Eine Schwangere verlor ihr ungeborenes Baby. (dpa/jW)

Das junge Welt-Sommerabo

Lesen Sie drei Monate die gedruckte Ausgabe der Tageszeitung junge Welt! Das Abo kostet 62 Euro statt 115,20 Euro und endet automatisch, muss also nicht abbestellt werden. Dazu erhalten Sie das Buch »Marx to go« aus dem Verlag Neues Leben. Dieses Angebot ist nur bestellbar bis 24. September 2018.

Mehr aus: Inland
  • Vom Vermieter ausgetrickst, dann verdrängt: Das Eiszeit-Kino in Berlin-Kreuzberg muss schließen. Gespräch mit Burkhard Voiges
    Peter Schaber
  • Medienbericht bringt Bewegung in Fall Skripal. Ärger in Tschechien
  • Grüne würden in Bayern mit der Unionspartei regieren. Trotz aller Kritik an deren Law-and-Order-Politik
    Sebastian Lipp
  • NSU-Prozess: Ralf Wohllebens Anwälte, die »Ceska«-Beweiskette und der Ruf des Naziregimes
    Claudia Wangerin
  • Landgericht Hannover verhandelt Millionenklage von »A 1 Mobil« gegen die Bundesrepublik. Regierung will gar nicht gewinnen
    Ralf Wurzbacher
  • »Monitor«: Bundesregierung ließ Hartz IV systematisch kleinrechnen. Das bringt ihr jährlich Milliarden
    Susan Bonath
  • Nach Urteil des Bundesverfassungsgericht: »Aktion Standesamt« fordert Selbstbestimmung über Geschlecht. Gespräch mit Neph Quack
    Jan Greve