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Aus: Ausgabe vom 20.05.2017, Seite 15 / Geschichte

Anno … 21. Woche

1942, 27. Mai: Tschechische Widerstandskämpfer verüben ein Attentat auf den Leiter des Reichssicherheitshauptamtes und »Stellvertretenden Reichsprotektor von Böhmen und Mähren«, Reinhard Heydrich. In der Prager Vorstadt werfen sie eine Handgranate auf sein Auto. Heydrich stirbt am 4. Juni an seinen Verletzungen. Zur »Vergeltung« begehen SS- und Polizeieinheiten in den Dörfern Lezaky und Lidice Massaker an der lokalen Bevölkerung und setzen sämtliche Häuser in Brand. Der Ort Lidice wurde später zu einem Symbol für die Besatzungsverbrechen der Faschisten.

1957, 23. Mai: Auf einer internationalen Pressekonferenz stellt der »Ausschuss für Deutsche Einheit« eine Dokumentation vor, die die Nazivergangenheit von 118 bundesdeutschen Richtern und Staatsanwälten belegt. Das Mitglied des ZK der SED, Albert Norden, bezeichnet die BRD als einen »Staat des Justizmordes und der Justizmörder«.

1967, 24. Mai: Nachdem zwei Tage zuvor in Brüssel bei einem Brand in einem Kaufhaus 323 Menschen umgekommen sind, verteilen Mitglieder der politischen Wohngemeinschaft »Kommune 1« in Westberlin ein Flugblatt, in dem sie in zynischer und scharfer Form ihren Protest gegen den Krieg der USA in Vietnam ausdrücken: »Unsere belgischen Freunde haben endlich den Dreh heraus, die Bevölkerung am lustigen Treiben in Vietnam wirklich zu beteiligen: Sie zünden ein Kaufhaus an, dreihundert saturierte Bürger beenden ihr aufregendes Leben, und Brüssel wird Hanoi.« Am Ende ruft die Gruppe zu weiteren Brandstiftungen auf.

1967, 27. Mai: Der persische Schah Reza Pahlavi trifft zu einem neuntägigen Staatsbesuch in der Bundesrepublik ein. Der Aufenthalt des iranischen Herrschers, der von der Studentenbewegung für die Unterdrückung der Opposition in der Kritik steht, wird in verschiedenen Städten von Protesten begleitet. In Westberlin kommt es zu schweren Auseinandersetzungen, bei denen die Polizei am 2. Juni den Studenten Benno Ohnesorg erschießt.

1987, 25. Mai: Die Polizei durchsucht im Zusammenhang mit der Volkszählung die Bundesgeschäftsstelle der Grünen in Bonn und beschlagnahmt Flugblätter, die zum Boykott der statistischen Erhebung aufrufen. Bis April 1987 hatten sich, wie die Tageszeitung zählte, über 1.100 Bürgerinitiativen gegen den Zensus gebildet.

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