Aus: Ausgabe vom 18.04.2017, Seite 1 / Inland

Positive Bilanz

Ostermärsche trotz medialer Störversuche erfolgreich beendet

Von Markus Bernhardt
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Mehrere hundert Menschen nahmen am Sonnabend in Berlin am Ostermarsch teil

In mehr als 90 bundesdeutschen Städten haben rund um das vergangene Wochenende die traditionellen Demonstrationen der Friedensbewegung stattgefunden. Den Abschluss der diesjährigen Kundgebungen bildete am Montag der Ostermarsch Ruhr in Dortmund. Mit Blick auf die bundesweiten Proteste gegen Waffengewalt und Aufrüstung zog das Netzwerk Friedenskooperative am selben Tag ein positives Fazit.

»Die Ostermärsche bleiben eine lebendige und absolut notwendige Tradition, die dazu beiträgt die Skepsis gegenüber Krieg und Militär in unserer Gesellschaft aufrechtzuerhalten«, bilanzierte die Organisation in einer Erklärung. Im Vergleich zu den Vorjahren sei die Anzahl der Veranstaltungen und Aktionen sogar leicht angestiegen.

Die Teilnehmer der diesjährigen Ostermärsche mussten sich mit brisanten Themen auseinandersetzen. So wandten sich die Demonstranten nicht nur gegen eine weitere Eskalation des Krieges in Syrien durch die USA, sondern forderten auch ein Ende der Rüstungsexporte durch Deutschland und den Abzug US-amerikanischer Atomwaffen. Auslandseinsätze der Bundeswehr und die Erhöhung des Rüstungsetats stießen auf entschlossene Ablehnung der Demonstranten, die zugleich ihre Solidarität mit Flüchtlingen bekundeten und sich klar gegen die AfD und andere rassistische Parteien und Organisationen positionierten.

Verschiedene Medien hatten noch vor dem Wochenende versucht, die Veranstaltungen in die rechte Ecke zu schieben. So war etwa im Vorfeld des Berliner Ostermarsches, an dem am Sonnabend über 1.000 Menschen teilnahmen, auf RBB online ein Artikel unter der Überschrift: »Mindestens AfD-verdächtig – Wie die Neurechte die Friedensbewegung unterwandert« erschienen. Darin wird unter anderem behauptet, dass »führende Köpfe der Friedensbewegung ein Bündnis eingingen mit halbseidenen Organisationen, in denen sich Fremdenfeinde, Antisemiten und Verschwörungstheoretiker tummeln«. Die Organisationen wiesen derlei Vorwürfe indes zurück.

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