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Sag mir, wo du stehst

Die Leserinnen und Leser einer Tageszeitung haben ein Recht darauf, zu erkennen, von welchem Standpunkt aus Berichte und Analysen, Kommentare und Reportagen geschrieben werden. Wenn in Paris drei kurdische Revolutionärinnen kaltblütig ermordet werden und Springers Welt von einer »Hinrichtung der PKK-Terrorfrauen« berichtet, ist klar, für wen Partei ergriffen wird. Auch dann, wenn in Spanien ein Generalstreik stattfindet und tagesschau.de vor allem brennende Barrikaden zeigt. Auch wenn Spekulanten die Mietpreise in Berlin explodieren lassen, Medien aber lieber über eine Invasion von Schwaben in der Hauptstadt schwadronieren, hat das Gründe: Diejenigen, die ein Wort wie »Klassenstandpunkt« niemals über die Lippen oder gar aufs Papier bringen – nehmen trotzdem einen ein, wenn sie schreiben. Viele Journalisten haben ihn bereits so zu ihrem eigenen gemacht, daß es ihnen nicht bewußt ist, wessen Interesse sie vertreten.

Die junge Welt bezieht offen Position. Sie analysiert vom Standpunkt derjenigen, die in einer kommunistischen Revolution nichts zu verlieren haben, als ihre Ketten, wie es in den Schlußsätzen des Kommunistischen Manifestes heißt. Mit so einer Haltung darf man nicht mit Sponsoring durch mächtige Interessensverbände rechnen, auch nicht mit schonendem Umgang durch staatliche Institutionen. Man braucht aber umso mehr die Unterstützung jener, die auf der gleichen Seite der Barrikade kämpfen. Gerade weil die junge Welt eine Zeitung mit Klassenstandpunkt ist, ist sie stark daran interessiert, daß sich Klassenkämpfe im Lande und weltweit entwickeln. Im gleichen Maße wird sich auch die Erkenntnis reifen, warum diese kleine Zeitung so nötig ist. In diesem Sinne ist die Aboentwicklung der jungen Welt auch ein Gradmesser für die Entwicklung von Klassenbewußtsein im Lande. Auch deshalb wünschen wir uns sehr viele neue Abos in den nächsten Wochen und Monaten
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Erschienen in der Ausgabe vom 12.01.2013, Seite 16, Aktion

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